BAUTEN, INDUSTRIELLE UND GEWERBLICHE ABTEILUNG
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Viktoria-Regia-Haus von Oskar R. Mehlhornin Schweinsburg bei Crimmitschau
Nizza - Haus von Oskar R. Mehlhornin Schweinsburg bei Crimmitschau
Bassinwasser liegenden Heizrohre das Wasser erwärmten und langsam zur Verdunstung brächten.Dem darüberliegenden Erdreich sollte hierdurch eine gleichmäßige feuchte Wärme mitgeteiltwerden, deren Temperatur durch die außerhalb des Bassins in die Rohrleitung eingeschalteteDrosselklappe regulierbar war.
Hinter den Rubruckschen Gewächshäusern an der Rheinseite hatte Oskar R. Mehlhorn inSchweinsburg bei Crimmitschau, Fabrik für Zentralheizungen, Gewächshausbau und Eisenkonstruk-tionen, ein sogenanntes Nizza-Haus, nach eigenem „Reformsystem" aus Holz- und Eisenkonstruktion,ausgestattet mit allen neuzeitlichen Verbesserungen, zur Aufstellung gebracht. Besondere Erwäh-nung verdient die Patent-Firstlüftung Nizza. Diese soll es ermöglichen, unter allen Umständenfrische Luft dem Hause zuzuführen, ohne irgendwelche Zugluft zu erzeugen. Der Konstruktion
liegt das folgende System zu-grunde: Die zu beiden Seiten ander Firstspitze unter einer Glas-haube befindlichen Luftluckensind in geöffnetem Zustande inzwei Teile geteilt, und zwarunter Benutzung der Dachlegungin einen höher- und einen tieferliegenden. Sobald sich die Luft-lucken öffnen, entweicht aus denoberen die dort angesammeltewarme Luft, die nach außenihren Weg nimmt, und zwarüber den oberen Teil des Lüf-tungsflügels hinweg durch einenvor den Lucken befindlichen,jalousieartig aus gleichen Streifengebildeten kleinen Raum (sieheMischkammer), wo sie in direkteBerührung mit der von der ent-gegengesetzten Seite in denselbenRaum eintretenden frischen Luftkommt und letztere etwas er-wärmt, bevor sie in das Haus-innere strömen kann. Fernerenthielt dieses Haus Mailänders
Innere Ansicht des Nizza-Hauses von
Oscar R. Mehlhorn in Schweinsburg
bei Crimmitschau
amerikanischen PatentverschlußExcelsior (Wandöffnung), derauch für jedes andere Luftfenster,wo eine Zentralbewegung er-wünscht wird, vorteilhaft ver-wendet werden kann. Weiter-hin erwähnenswert ist noch ausdiesem Nizzahause eine neueWandlüftung in der Stehvergla-sung, die auch eine wesentlicheVerbesserung der gewöhnlichenLüftungsarten darstellen sollte.Durch einen überdeckten Gangmit dem Nizza-Haus verbundendicht daneben war das Viktoria-Regia-Haus angebaut, das inseiner Bedachung als Neuerungzur Hälfte mit Rohglas überdecktwar. Die innere Ausgestaltungdieses Viktoria-Regia-Hauses inseinen Bassins und der Rohr-leitung zu der Heizungsanlagewar nach dem System des HerrnProfessor Janse aus Leyden aus-geführt. Im übrigen war dasHaus genau nach denselben
Grundsätzen erbaut, wie das vorerwähnte Nizza-Haus. Von derselben Firma befand sich hinter derMaschinenhalle ein Kulturhaus, ebenfalls nach eigenem Reformsystem, aus Eisen und Pitchpineholzhergestellt und für Kleinkulturen mit gewöhnlicher Tablettenausstattung und einer einfachen First-lüftung, wie sie für diese Hausform anwendbar ist, versehen. Neben diesem Kulturhaus traf man