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WISSENSCHAFT!.., KÜNSTL. UND SOZIALE
verschiedensten Zuckerarten, Analysenergebnisse verschiedener Weinbergsböden usw. Die pflanzen-pathologische Station brachte in Trocken- und Spirituspräparaten die verschiedensten Feindeund Krankheiten der Obstbäume, des Weinstockes und der Gemüsearten zur Anschauung. In derHefereinzuchtstation sahen wir: die Gewinnung der Reinhefe, ihre Vermehrung und Anwendungin der Praxis und die verschiedensten Weinverderber und Weinkrankheiten. Tafeln, Präparate undApparate dienten auch hier zur Vervollkommnung des Bildes. Einen guten Einblick in das Gebietder für den modernen Weinbau so wichtigen Rebveredlung bot die Ausstellung dieser Station.Photographien erläuterten die Veredlung und das Antreiben der veredelten Reben und zeigten dieUnterschiede der Amerikanerreben und der gezogenen Sämlinge untereinander. In der Abteilung dermeteorologischen Station endlich waren sämtliche meteorologischen Apparate ausgestellt, die inGeisenheim in Verwendung sind, und außerdem Tabellen der im Jahre 1902 gemachten Beobachtungen.
So stellte die Ausstellung in ihrer Reichhaltigkeit nicht nur ein getreues Abbild der Organisationund Tätigkeit der Geisenheimer Lehranstalt dar, sondern sie repräsentierte Garten-, Obst- und Wein-bau mit ihren modernsten Einrichtungen und bot infolge ihrer zahllosen Einzelheiten jedem Besucheretwas Interessantes und Neues.
Auch an den Obstausstellungen beteiligte sich die Geisenheimer Lehranstalt in hervorragenderWeise mit in ihren Betrieben gezogenen Produkten. So auf der ersten Frühobstausstellung vom12. bis 15. Mai mit reichhaltigen Sortimenten von Kirschen und Erdbeeren; auf der Sommerobst-ausstellung vom 20. bis 25. August mit einer großen Sammlung von Pfirsichen, Weintrauben, Äpfeln,Birnen usw. und auf der Herbstobstausstellung. Auf letzterer erregten die prachtvoll ausgebildetenFrüchte, die geschmackvolle Anordnung der Ausstellung und die künstlerisch zusammengestelltenFruchtkörbe und Fruchtstücke (Arbeiten, die von Schülern der Anstalt ausgeführt worden waren)berechtigte Bewunderung. Die Abbildungen zeigen einen Teil der Lehrmittelausstellung und zwarTeile der Gruppen: Pflanzenphysiologie, Obstverwertung, Weinbau und Kellerwirtschaft; ferner dieAusstellungen der pathologischen und der Hefereinzuchtstation; endlich die Beteiligung der Schulean der Obstausstellung.
3. Die Gartenkunst
von R. Hoemann
Hausgartenentwurf, Bauer-Magdeburg
Hausgartenentwurf, Bauer-Magdeburg
Die Verwendung des so überaus mannigfaltigen Pflanzenmaterials in der Zusammenstellung zuGartenszenen ist die Aufgabe der Gartenbaukunst. Wohl auf den meisten Gartenbau-Ausstellungen,die man bisheran sah, war die Gartenkunst recht stiefmütterlich behandelt. Es erscheint dies sehrerklärlich, wenn man bedenkt, daß zur Herstellung eines wirklich vollendet schönen Gartenbildesdie jahrelange Entwicklung der Pflanzen an ihrem Bestimmungsorte eine kaum erläßliche Bedingungist. Trotz dieser Schwierigkeiten hat die Düsseldorfer Gartenbau-Ausstellung den erfolgreichenVersuch gemacht, auch fertige Gärten auszustellen. Freilich, Gartenanlagen großen Umfanges könnenwohl niemals Ausstellungsobjekte werden, hierzu gehört außer großen Flächen und sehr großenGeldmitteln die jahrzehntelange Entwicklung der Anpflanzungen. Solch große Anpflanzungen können