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WISSENSCHAFT!.., KÜNSTL. UND SOZIALE
Schildläusen, teils lebend auf Pflanzen, ausgestellt, Professor Volkens-Berlin die eigenartigenPflanzen der ägyptisch-arabischen Wüste. Professor Wieler-Aachen zeigte instruktiv die Wirkungenvon Rauchgasen auf die Vegetation, Professor von Vöchting-Tübingen seine berühmten Versucheüber Transplantation und Verwachsung, während Professor Hildebrandt-Freiburg interessantebiologische Demonstrationsobjekte ausgestellt hatte. Aufsehen erregten ferner die Präparate Erreras-Brüssel von eigenartig präparierten Blüten und von Fällen auffallendster Mimikry, die in über-raschendster Mannigfaltigkeit auch vertreten war in prächtigen Sammelkästen des „Lehrmittel-Vertriebes"-Düsseldorf. Die Sammlungen der Linnaea-Berlin stellten sich diesen ebenbürtig andie Seite. Einzigartig war die hochwertvolle Sammlung ausländischer Kulturpflanzen, welche dasRijks-Herbarium in Leyden-Holland (Professor Janse) gesandt hatte, und prächtig die Bilder ausdem Botanischen Garten in Buitenzorg-Java, die Professor Treub zu senden die Güte hatte. Diemexikanischen Aufnahmen von Professor Stahl-Jena und die Aufnahmen merkwürdiger Bäume vonProfessor Conwentz-Danzig bildeten dazu herrliche Gegenstücke. Dr. Küster-Halle hatte eineGallensammlung, Dr. Bitter -Münster eine Sammlung von Mutationen ausgestellt. Professor Pfitzer-Heidelberg zeigte die biologisch-interessanten Vorrichtungen, die es dem Palmenkeimling ermöglichen,die steinharte Frucht zu durchdringen. Professor de Vries-Amsterdam stellte seine berühmtenOenothera-Mutationen und seine Dipsacus-Zwangsdrehungen zur Verfügung, Professor Heckel-Marseille die neue Sumpfkartoffel, Professor Heinricher-Innsbruck prächtige Präparate vonHemiparasiten, Professor Körnicke-Bonn eine vollständige, viele hundert Sorten der Gartenbohneumfassende einzigartige Sammlung. Prachtvolle biologische und pathologische Objekte hatten dieBotanischen Institute der Universitäten Bonn und Kiel, die der LandwirtschaftlichenHochschule Berlin und der Landwirtschaftlichen Akademie Bonn-Poppelsdorf ausgestellt.Die Pilze waren in der einzig schönen Sammlung von Herpell-St. Goar, die eßbaren in einerreichhaltigen Sammlung von Professor Giesenhagen-München vertreten, während die prächtigenPilz-Aquarelle von Frau Schultze-Wege-Weimar und die großen Wandtafeln von Professor Kny-Berlin auch jedes Künstlerauge entzückten. Verschwenderisch waren Sammlungen von Pflanzen-krankheiten und von Biologien vieler Pflanzenschädlinge eingegangen, unter denen die Sammlungenvon Dr. Laubert-Dahlem, Eicke-Frankfurt, Vogel-Tamsel, Vorwerk-Dahlem und der „Linnaea"-Berlin besonders hervorzuheben sind. Instruktive Demonstrations-Modelle und -Apparate waren inhervorragender Weise aus dem Botanischen Institut in Graz, aus dem Botanischen Institutder Landwirtschaftlichen Hochschule Berlin und von Herrn Stud. Averbeck-Bonn vertreten.Populär-wissenschaftliche Darstellungen, für das größere Publikum berechnet und von ihm mitInteresse betrachtet, Literatur und bildliche Darstellungen, Apparate und Instrumente der wissen-schaftlichen Forschung, Reinkulturen technisch-wichtiger und pathogener Bakterien (Dr. Grübler-Leipzig) oder ebensolcher Pilze (Professor Wehmer-Hannover und Association internationaledes Botanistes) sorgten für ein abwechslungsreiches, allen Interessen entgegenkommendes Bild,das den zwischen den luxuriösen Sammlungsschränken des ,,Panzer"-Berlin Eintretenden überraschteund gefangen nahm und das sicher mit zu der ungeahnt großen Frequenz, zu dem allgemeingezeigten Interesse beitrug, das der wissenschaftlichen Abteilung sowohl von höchsten fürstlichenBesuchern, wie vom großen Publikum, vom Gelehrten sowohl wie vom Laien, entgegengebrachtwurde. Mit der wissenschaftlichen Abteilung verbunden, wenn auch räumlich davon etwas entfernt,war ein Wurzelhaus, wie es nach den Angaben des Referenten zuerst beim Botanischen Versuchs-haus der Landwirtschaftlichen Akademie Bonn-Poppelsdorf zur Ausführung gekommen war, das mitHilfe besonderer Einrichtungen gestattet, das Wurzelleben, das sonst unsern Blicken entzogen ist,bei ungestörtem Wachsen und Gedeihen der Pflanzen zu belauschen.
2. Die Schulabteilung für den Gartenbau
von Dr. R. Schander
An den jungen Gärtner, Obst- und Weinbauer werden in unserer Zeit so hohe Anforderungengestellt, daß für ihn eine gründliche Vorbildung unumgänglich notwendig ist, soll er später seineStellung in richtiger Weise ausfüllen bezw. als Besitzer den Kampf mit der Konkurrenz aufnehmenkönnen. Die erste Ausbildung erhält der junge Mann von der Praxis in der sogenannten Lehrzeitund anderweitiger praktischer Tätigkeit. In den seltensten Fällen ist aber damit die Vorbildung alsabgeschlossen zu betrachten. Abgesehen davon, daß jeder praktische Betrieb seine Eigenartenbesitzt und infolgedessen die Ausbildung in demselben immer eine mehr oder weniger einseitigewird, fehlt es dem jungen Manne hier meist an Gelegenheit, seine Kenntnisse zu vertiefen und einen