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Internationale Kunstausstellung, Kunsthistorische Ausstellung, Grosse Gartenbau-Ausstellung : Düsseldorf 1904
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AUSSTELLUNG IN DEN HALLEN

und fremder Fachleute, einer großen Anzahl der Preisrichter aussprechen zu dürfen, daß deutschesObst im Oktober 1904 in Düsseldorf, auf dieser größten aller internationalen Obstausstellungen, ineiner Reihe von Konkurrenzen allem anderen Obste voraus war.

Kein verständiger und gerechter Richter wird es leugnen, daß die Spalierfrüchte der Franzosen,die Weintrauben der Franzosen und Holländer, die künstlerische österreichische Ausstellung un-erreicht dastanden. Wer aber berücksichtigt, daß sich das ganze große deutsche Reich von derMemel bis zum Bodensee, vom Rhein bis zur böhmischen Grenze an der deutschen Ausstellungfast ohne Ausnahme beteiligte, wer in Betracht zieht, unter welcher Ungunst des Klimas in vielenTeilen dieses weiten Reiches die Obstkultur betrieben wird, der wird sich - auch im Vergleichmit den bewunderungswürdigen Leistungen des Auslandes der vorzüglichen deutschen Früchtegefreut und die gleichmäßige Ausbildung ihrer ausgestellten Mengen bewundert haben.

Es war sehr zu bedauern, daß die deutsche Ausstellung durch die für sie notwendig gewordeneVerteilung in sieben verschiedenen, teils räumlich weit voneinander gelegenen Hallen kein einheit-liches Bild bot. Ohne diese Zersplitterung würde sie in noch weit höherem Maße mit ihren groß-artigen Leistungen in die Erscheinung getreten sein.

Die preußischen Landwirtschaftskammern hatten in Halle D ihre Normalsortimente aus-gestellt. Sie hatten es verstanden, die großen Mengen ihrer Früchte in ebenso entsprechender alsübersichtlicher Weise auszustellen. Das berechtigte Bestreben, durch dekorative Hilfsmittel dieFrüchte zu heben, Besucher und Käufer anzulocken, war wohl erkennbar, ohne aber dahin aus-zuarten, daß die dekorativen Ausstattungen zur Hauptsache und die Früchte in den Hintergrundgerückt wurden. Eine jede beabsichtigte grobe Reklame wirkt unkünstlerisch und gehört in keineObstausstellung.

Brandenburg, Kassel, Rheinprovinz, Schleswig-Holstein, Hannover, Westpreußen, Westfalen,Großherzogtum Hessen, Königliche Lehranstalt Geisenheim, Pomologisches Institut Reutlingen,Obstbauverein Worms, Rheingauerverein zu Geisenheim, Alte Land bei Hamburg, Gräflich Dürkheim-sche Schloßgärtnerei, Simon-Louis Freres, Plantieres bei Metz, Wesselsche Gartenverwaltung ausBonn und viele andere Vereinigungen und Einzelaussteller zeigten in der deutschen Ausstellung dieFrüchte ihrer Heimatsbezirke. Herrliche Tafelfrüchte, vorzügliches Wirtschaftsobst waren in über-wältigenden Mengen in eigenartiger, vielfach auch in wohlgelungener künstlerischer Weise aus-gestellt. Mehrfach war auch das Obst in Originalverpackungen jener Landesbezirke wirkungsvollund zweckmäßig für die Aufstellung mit verwendet worden.

Die weitbekannten Winter-Calvill- und Tafelobstkulturen in Merten bei Bonn mit ihrenvollkommenen Tafel- und Schaufrüchten erregten durch die Größe und Schönheit ihrer Produkteberechtigtes Aufsehen. Auch der künstlerische Aufbau war ein eigenartiger. Wenn diese deutschenÄpfel und Birnen vom Händler willig mit 1 bis 1,75 M. das Stück bezahlt und für diese Preiseaußerdem so gesucht werden, daß die Ernte niemals der Nachfrage genügt, dann bedarf es keinesweiteren Lobes für die vollendete Güte dieser Früchte.

Deutsche Weintrauben hatte die Wormser Traubenzucht-Vereinigung in guter Handelswaregebracht.

Beerenobst, Pfirsiche, Kirschen, Nüsse, Mandeln, Kastanien und Quitten aus Werderan der Havel und ein Sortiment von 60 Sorten Haselnüsse lenkten die Aufmerksamkeit vielerLiebhaber und Sortenkenner auf sich.

Die königlichen Gärten in Sanssouci waren mit einer großen Anzahl Topfobstbäumen desweißen Winter-Calvill vertreten. Es waren herrliche Bäumchen, mit kostbaren Früchten überladen,wie sie alljährlich von den Besuchern der Terrassen in Sanssouci bewundert werden. In Düssel-dorf durfte man neben dem Staunen über die Schönheit dieser wirklichköniglichen" Obstkulturauch die Kunst bewundern, welche es vermocht hatte, die Bäumchen die weite Reise überstehenzu lassen, ohne daß ihr Behang von den herrlichen, vorgeschrittenen Calvillen abgefallen wäre odersonst Schaden gelitten hätte.

Die weitere Berichterstattung über deutsches Obst werden wir an späterer Stelle beiObst-bäumen",Einzelsorten" usw. wieder aufnehmen und uns nunmehr den Ausstellungen des Aus-landes: Österreich, Frankreich, Holland, Ungarn, Schweiz, Norwegen, Belgien zuwenden.

Österreich war schon im Mai der Hörder Pavillon für Sonderausstellungen zugesichert worden,weil es unter Aufwendung sehr erheblicher Kosten eine große Gesamtausstellung vorführen wollte.Zum Zweck der Erreichung einer intimeren künstlerischen Wirkung war die große Halle durchEinbauten geschickt gegliedert und im Stile der Wiener Modernen durch den Wiener ArchitektenUrban ein einzig in seiner Art dastehender Ausstellungsraum geschaffen worden. Das Obst warmit großem Geschick in den derart hergestellten Nischen aufgestellt. Die Mitte der Halle zeigteeine prächtige dekorative Gruppe, in deren Mitte die Büsten der verbündeten und miteinander