KUNSTHISTORISCHE AUSSTELLUNG
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Pieter de Hooch, Interieur
Brüssel, Herzog von Arenberg
untergebracht. Aus der Galerie in Schloß Anholt war das köstliche, übermütige und freche Bilderschienen, das die Geschichte von Diana und Aktäon wiedergibt, aus der Sammlung von Carstanjendas wundervolle breite Selbstporträt, oder vielmehr der Ausschnitt eines solchen — eines der letztenin der über 40 Nummern zählenden Reihe der Selbstbildnisse —, und endlich eine ganz neu ent-deckte waldige Landschaft aus dem Besitz des Freiherrn von Ketteier in Schloß Ehringerfeld,vollbezeichnet, die den schönen, starkbeleuchteten Landschaften in Braunschweig und Oldenburgnahesteht. Das wundervolle Bild mit der Heilung des Tobias aus der Galerie des Herzogs vonArenberg, das hier in aller Muße studiert werden konnte, zeigte hier alle glänzenden Vorzügeseines Helldunkels. Überhaupt brachten die beiden Kojen mit den Schätzen des Herzogs von Aren-berg, die von dem Besitzer selbst aus seinen Galerien in Brüssel und Nordkirchen ausgewähltwaren, die anmutigsten Überraschungen für alle Freunde der holländischen und flämischen Malerei.Unmittelbar neben dem Rembrandt hing das unvergleichliche Interieur des Pieter de Hooch, eineder allerdelikatesten Schöpfungen des Meisters. Sodann erschien der trinkende Bauer von FranzHals, das kleine feine Porträt eines Herzogs von Arenberg von van Dyck, das an die BildnisseKönig Karls I. von England erinnerte. Von Hals brachte die Ausstellung daneben noch acht weiterePorträts, darunter die als Gegenstücke behandelten Gattenbildnisse aus dem Besitz der Frau vonCarstanjen in Berlin und des Freiherrn von Heyl zu Herrnsheim in Worms. Von JacobRuysdael waren vier Bilder vertreten, darunter ein gleichfalls bislang völlig unbekanntes Stück ausdem Besitz des Freiherrn von Ketteier, ein Prachtstück von J. M. Molenaer, drei junge Männerund ein Mädchen beim Frühstückstisch in lebensgroßen Figuren, ein Hauptbild des Künstlers,wiederum aus dem Besitz des Freiherrn von Heyl zu Herrnsheim, aus der kostbaren Galeriedes Professors Martius in Kiel neben dem bekannten Bild der Mutter Rembrandts ein Bildnis einesSohnes Karls I. von van Dyck, die veränderte Wiederholung einer Gestalt aus dem Familienbildin Turin. Auch die Malerei des 18. Jahrhunderts war mit einigen auserlesenen Stücken vertreten:einem schönen Greuze und einem merkwürdigen Damenbildnis von Reynolds aus Aachen. Eine Aufzäh-lung der hervorragenden Stücke ist hier unmöglich, und nur um eine Aufzählung könnte es sich handeln.Die Ausstellung hat von Anfang an sich der weitestgehenden Beachtung der Kunstgelehrten undKunstfreunde zu erfreuen gehabt. Den Forschern des In- und Auslandes, die in so reicher Zahl