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Internationale Kunstausstellung, Kunsthistorische Ausstellung, Grosse Gartenbau-Ausstellung : Düsseldorf 1904
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INTERNATIONALE KUNSTAUSSTELLUNG

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Edmond Amand-JeanPortrait des Bildhauers Jean Dampt

scheinbar nicht auf die rechte Gegenliebe stoßende Aus-sicht auf Inanspruchnahme des kommunalen Geldbeutelseröffnete. Die breiten Mantelflächen nahmen einen gutenTeil des Bildes ein, ein Motiv, wie er es zur Erzielungeiner großen Wirkung gerne anwendet, so auch bei demScheinheiligen"; die Größenmassen gehen aber durch dieweiche tonige Behandlung zurück und wirken weder ab-sichtlich, noch aufdringlich. Ein prächtiger Kerl war aufdiesem Bilde der Bauer im Hintergrunde, der sich mitdenbeiden Trinkern" und demHonigverkäufer" anschöner Häßlichkeit messen konnte. Nicht die gleicheGeschlossenheit wies die Porträtgruppe des ,,MatadorGallito und seine Familie" auf, ein Bild, das herzlichuninteressant wäre, wenn es nicht einige pikante kolo-ristische Reize böte. Dagegen waren wieder außerordent-lich charakteristisch in Haltung und Ausdruck die Rassen-eigenheiten derZigeunerin und Andalusierin" gegenüber-gestellt.

Die linke Hälfte des Kunstpalastes wurde von denWerken der Ausländer eingenommen. Bei der nachfolgen-den Besprechung mag die zufällige örtliche Unterbringungin den verschiedenen Sälen die Reihenfolge angeben.

Frankreich war besonders durch die Plastik, von dernoch die Rede sein wird, hervorragend vertreten. Undzwar durch diese besser, als durch die Malerei, bei dersich das leise Gefühl nicht unterdrücken ließ, daß mandie Beschickung einer provinzialen Ausstellung etwas aufdie leichte Schulter genommen hatte. Nichtsdestoweniger mußte aber die Arbeit des in Parislebenden Bildhauers Henri Kautsch, der mit selbstloser, aufopfernder Hingabe die Zusammen-stellung der französischen und franko-amerikanischen Kollektionen übernommen hatte, als einebewundernswerte angesehen werden, galt es doch, die Künstler für ein ihnen ganz neues Unter-nehmen zu interessieren.

Den Vogel schoß unter den Malern LucienSimon; mit dem Porträt einer alten Dame,der Frau A. L., das außerordentlich lebendigauf einem schummrigen blauschwarzen Grundestand, und mit einem stofflich fabelhaft sicherbehandelten Frauenporträt ab. Charles Cottetwar mit mehreren schwermütigen Bildern ausder Bretagne sehr gut vertreten. Carolus-Durand glänzte an bevorzugter Stelle miteinem weiblichen Akt aus dem Jahre 1885,der alle Vorzüge des routinierten Künstlerszeigte. Außerdem gab er eine sehr lebendigeneuere Arbeit, die in frischer Weise einenKnabenkopf behandelte. Dagegen war GastonLa Touche, der Meister der künstlichenLichteffekte, nicht so charakteristisch ver-treten, wie es bei früheren Gelegenheiten imSchulteschen Kunstsalon der Fall war. AuchRoll erfüllte die hohen Erwartungen, dieman auf ihn gesetzt hatte, nicht ganz, miteinem großen Reiterkinderporträt enttäuschteer sogar sehr. Dagegen fand Besnards ge-schmackvolles Bildnis der Frau D. ungeteiltenBeifall; es ist für die städtische Galerie inDüsseldorf erworben worden. Ebenso ent-zückte der wundervolle Halbakt einer ausdem Bade zurückkehrenden jungen Schönen.

Gaston La Touche

Der Ball

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