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Internationale Kunstausstellung, Kunsthistorische Ausstellung, Grosse Gartenbau-Ausstellung : Düsseldorf 1904
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INTERNATIONALE KUNSTAUSSTELLUNG

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Die zweite große Sonderausstellung zeigtedie Werke eines Ausländers, des SpaniersZuloaga. Man hätte ihm gern einen größerenSaal gewünscht, in dem ein besserer Stand-punkt zu den Bildern gewonnen werdenkonnte, als dies in dem beschränkten Kom-partimente des neuen seitlichen Anbaues mög-lich war. Ignacio Zuloaga, der zwar inDeutschland schon öfter ausgestellt hat, warfür Düsseldorf eine neue Erscheinung. Seineeigenartige Entwicklung, die ihn im Kontaktemit der halbwilden Natur seiner Heimat zuder Größe und Einfalt seines jetzigen Stilesgeführt hat, kann hier übergangen werden.Hervorgehoben sei nur, daß zuerst das Aus-land die Klaue des Löwen erkannt hat unddaß erst nach den Ankäufen für belgische,deutsche und österreichische Museen Spanienin der Wertschätzung seines talentvollen, jetztin Paris lebenden Sohnes folgte. Die Düssel-dorfer Ausstellung wies nicht weniger wie18 große Bilder des Künstlers auf. Wer sienur einmal gesehen hat, wird sie und dasist eine nur wirklichen Kunstwerken inne-wohnende Eigenart nicht so bald ver-gessen. Die Größe der Auffassung, die geradezumonumentale Art des schlichten und leben-digen Auftretens dieser spanischen Typen hatihresgleichen nur noch in den Werken derGrößten seines Landes. Es steckt im Sinneder kongenialen Zusammengehörigkeit eingutes Stück Velasquez in Zuloaga, ohne daßer sich im geringsten an ihn anlehnt, ebensovon Goya, ohne daß er im entferntestendessen Spuren folgt. Goya ist gewissermaßenSchwarz-Weiß-Maler; einige seiner Werkesehen aus wie Grisaillen mit aufgesetztenLichtern, und seine farbigen Bilder haben leicht einen Stich ins Bunte. Die Palette Zuloagasdagegen hat Farben wie weinrot, lohfarbiges Braun, strohgelb und olivgrün, die nur ihm gehörenund die er bald hell und klar, bald gedämpft und düster, aber immer in harmonischem Zusammen-klang verwendet. In seinen Bildern ist nichts von der Nervosität und den Zufallerscheinungen desAquafortisten zu bemerken, wie bei Goya. Breit und sicher sind die Flächen hingestrichen, sobreit und flächig, daß man sich wundern muß, wie die plastische Wirkung doch noch erzielt wird.Mit den knappsten Mitteln hingesetzt, geben die Gesichter Zuloagas einen Extrakt aus Charakterund innerem Erleben wieder, der in der sicheren Fixierung des momentanen Ausdrucks seines-gleichen sucht. Treffender ist die Gemeinheit nie gekennzeichnet worden, wie auf dem geschminktenGesichte der fragwürdigen spanischen Schönen, die aus dem BildeEin pikantes Wort" heraus-schaut, ergreifender seit Zurbaran nicht der visionäre Eifer des Asketen, wie beimBüßermönchvon Guadanara", und pikanteres ist nie gegeben worden, wie die Posen seiner glutäugigen Tänze-rinnen. Das alles lebt und webt, als wenn man es selbst mit atembeklemmender Spannung inder Wirklichkeit belauscht hätte.

Das farbenprächtigste Stück und das am meisten bewunderte der Ausstellung war dasCarmen" genannte Bild, das lebensgroße Porträt einer Tänzerin, die zum Klange der Kastagnettenauf der Bühne ihre Produktionen ausführt. Das Rampenlicht tauchte ihr geblümtes Gewand inflammendes Rot und warf seine Reflexe auf die unteren Partien der Arme und des Gesichtes,während die nicht vom künstlichen Lichte getroffenen Stellen aus dem Halbdunkel noch farbighervorleuchteten. Auch das Porträt der SchauspielerinConsuelo", das sich im Besitze desKunstvereins in Bremen befindet, bot in der zarten Behandlung des himbeerroten Krinolinen-kleides farbenfreudigen Genuß.

Ignacio Zuloaga

Bildnis der Schauspielerin Consuelo

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