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Internationale Kunstausstellung, Kunsthistorische Ausstellung, Grosse Gartenbau-Ausstellung : Düsseldorf 1904
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INTERNATIONALE KUNSTAUSSTELLUNG

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Vordergrunde versehen hat. Ferner die Bilder „Berlin-Potsdamer Bahn", „Die Atelierwand",„Friedrich der Große und die Tänzerin Barberini" u. a. m. Wie das Auge des Künstlers überall,auf Reisen, auf der Straße, auf dem Lande, in Kirchen und in Ballsälen reizvolle Bilder aufnahm,die zum Teil nach Bleiskizzen, oder auch ohne solche aus dem Gedächtnis auf die Leinwandgebannt wurden, das zeigten die lebensprühenden Straßenszenen, wie der „Pariser Wochentag", zudem ihm die Anregung bei Gelegenheit des Besuches der Pariser Weltausstellung im Jahre 1867kam und das er erst zwei Jahre später nach der Erinnerung malte. Das geschäftige, hastendeTreiben der Großstadt war hier mit packender Treue geschildert, während auf dem unvollendetgebliebenen Bilde „Die Märzgefallenen" der feierliche Ernst der Volksmassen vorzüglich zur Geltungkam. Mit zu den ansprechendsten Arbeiten Menzels gehören seine Architekturbilder, für die er mitVorliebe die schwellenden Formen der Barockzeit wählte. Auch von ihnen hatte die Ausstellungeinige Perlen aufzuweisen. Der ganze überquellende Reichtum seiner Phantasie aber offenbarte sicham stärksten in einer Technik, die ihm wegen der leichteren Handhabung eine schnellere Ausspracheermöglichte: im Gouache und Aquarell. Besonders bargen die Glückwunschadressen einen ungeahntenSchatz schöpferischer Ideen. Sie waren von einer Feinheit der Ausführung, wie sie ähnlich nochin der kunsthistorischen Abteilung an den Miniaturen des Mittelalters bewundert werden konnte.Die hervorragendsten Blätter dieser Art waren fast alle vertreten. Ganz wundervoll war auf ihnendie innige Verquickung der zeichnerischen Entwürfe mit dem Text. Wie sich z. B. auf der „Adresseder Stadt Berlin an König Wilhelm beim Siegeseinzuge 1866" beim Worte „Willkommen" der Reigender Festjungfrauen durch die Buchstaben schlang, um das Wort „König" zu bekränzen, wie die„Metropole" durch das damals im Bau begriffene Rathaus mit knappen Mitteln charakterisiert war,wie sich die Begrüßungsspenden zum „grüßt jubelnd Dich" vereinigten und wieder die einziehendenTruppen sich zwischen den Buchstaben zur „Heldenschar" formierten, das alles war mit unvergleich-lich feinem Gefühl zusammengestimmt, daß es kein Wunder nimmt, daß Menzel mit diesen Arbeiteneine ganz neue Art von Adressenmalerei begründete. Eine sinnigere Illustrierung ist nie einemGedicht zuteil geworden, als auf dieserAdresse, der Menzel das Festgedicht vonE. Scherenberg, mit dem der König amBrandenburger Tore begrüßt wurde, zugrundegelegt hatte:

„Willkommen König! Deine Metropole

Grüsst jubelnd Dich und Deine Heldenschar!

Durchflog Borussia doch beschwingter Sohle

In sieben Tagen Friedrichs sieben Jahr:

Nun reicht herab von ihrem Kapitole

Viktoria den duft'gen Kranz Dir dar.

Gott ging mit Dir und wird auch mit Dir gehen,

Bis über'm Lorbeerschatten Palmen wehen."

Auch den „Ehrenbürgerbrief der StadtBerlin an den Fürsten Bismarck" mit dengekrönten, die drei Königreiche (das vierteist dem Meister entgangen) darstellendenFrauengestalten, ferner die von der Akademieder Künste nach dem Attentate im Jahre 1878an König Wilhelm gerichtete Adresse, dasGedenkblatt der Firma Heckmann in Berlinund alle die anderen zeugten von der unver-sieglichen Kraft der Phantasie des Meisters.

Eine große Anzahl von Porträtstudien,die Menzel für das „Krönungsbild", diesesherrlichste deutsche Historienbild, angefertigthatte, gehörten mit zum interessantesten derAusstellung. Alle diese Blätter vereinigteneine scharfe Charakteristik der Persönlich-keiten mit einer wahrhaftigen, frischen Natür-lichkeit der Auffassung. Ebenso streng wiein diesen, für seine eigenen Zwecke angefer-tigten Studien war Menzel auch in Arbeiten,die, wie das sogenannte „Kinderalbum", nicht

A. von Menzel

Causerie

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