Druckschrift 
Internationale Kunstausstellung, Kunsthistorische Ausstellung, Grosse Gartenbau-Ausstellung : Düsseldorf 1904
Entstehung
Seite
126
Einzelbild herunterladen
 

126

EINZELNE ARBEITSGEBIETE

Genehmigt wurde die Ausgabe von 500 000 Losen ä M. 1 mit Gewinnen im Gesamtbetrage vonM. 170 000. Der erste Hauptgewinn war mit M. 40 000 festgesetzt, die niedrigsten 24 000 Gewinnehatten einen Wert von je M. 3.

Für die Bearbeitung dieser Angelegenheit wurde von dem Finanz-Ausschuß eine besondere Kom-mission eingesetzt, die unter dem Vorsitz des Kaufmanns Albert Aders stand, der mit einem

seltenen Geschick und mit

vieler Hingebung sichdieser Angelegenheit wid-mete und sie zu einerfür die Ausstellungsleitungsehr einträglichen Abteilungauszugestalten verstand.

In erster Linie war esgelungen, mit dem Bank-hause Ferdinand Schäferein Abkommen zu treffen,wonach dieser die Aus-stellungslotterie fest über-nahm und sich verpflich-tete, der Ausstellungslei-tung einen Reingewinnvon M. 100 000 zu garan-tieren. Überdies hatte die

Ausstellungsleitung dieMöglichkeit, diesen Rein-gewinn durch Schenkungenvon Gewinnen, worunterwir ein Pianola der FirmaRudolf Ibach Sohn inBarmen hervorheben, durchErmäßigungen bei demAnkauf der Gewinne, diesich, weil die Gegenständenur auf der Ausstellungentnommen wurden, denBestimmungen gemäß zu-

Albert AdersVorsitzender der Lotterie-Kommission

meist auf 10 % beliefen,und aus den Ergebnissender nicht abgeholten Ge-winne zu erhöhen, weilmit der Mehrzahl derLieferanten das Abkommengetroffen war, daß dieGewinne nur dann abge-nommen werden, wenn sievom Gewinner in An-spruch genommen sind.Es wurden dennoch aufder Ausstellung für An-käufe von Gewinnen denAusstellern, den Künstlern,den Teilnehmern auf derInternationalen Vasenaus-stellung, den Teilnehmernan der gewerblichen Aus-stellung und den Gärtnernrund M. 140 000 zugewiesen.Auf dem Ausstellungs-gelände wurden durch etwafünf Verkäuferinnen 96 696Lose verkauft, der Restvon 403 304 Losen außer-halb der Ausstellung ver-trieben. Die Ziehung solltegleich nach Schluß derAusstellung beginnen, eswar aber, da noch eine

Anzahl von Losen vorhanden war, von der Regierung genehmigt worden, den Ziehungstermin umeinen Monat hinauszuschieben. Die Ziehung fand wieder, wie 1902, im Kunstgewerbe-Museumstatt. Die Gesamtabwicklung ließ so recht das Organisationstalent des Vorsitzenden Aderserkennen, der noch die Freude hatte, festzustellen, daß seine Bemühungen für die Ausstellung einenguten Erfolg hatten, aber leider inzwischen einem Leiden erlegen ist. Die Ausstellungsleitungbedauert unendlich den so frühen Heimgang ihres liebenswürdigen Mitarbeiters, der stets bereitwar, einzuspringen, wo es galt, eine die Stadt Düsseldorf fördernde Angelegenheit zu unterstützen.

Ziehung der Ausstellungslotterie