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VERLAUF DER AUSSTELLUNG
welche Anerkennung dieser Ausstellung gezollt werden muss, und ich glaube in Ihrer aller Sinne zu sprechen,wenn ich sage, dass wir nichts anderes erwartet haben. Es gereicht mir zur Ehre und Freude, dass auch ichdazu habe beitragen können, die Ausstellung mit einigen hervorragenden Gemälden versehen zu lassen. Allerdingsist dies nicht allein auf meine Entschlussfähigkeit, sondern besonders auch der Überredungsfähigkeit des bewährtenLeiters dieser Ausstellung, des Herrn Professors Roeber, zurückzuführen. Frühlingsstimmung lebt auch in unserenHerzen angesichts der Tatsache, dass auch die Heimkehr des Kaisers aus dem Süden zu erwarten ist und dasswir Se. Majestät begrüssen können in körperlicher Frische. Unsere Wünsche vereinigen sich dahin, dass es ihmvergönnt sein möge, die Frucht seiner Tätigkeit weiter zu geniessen. Wenn ich besonders betone, dass ich zubegrüssen habe die Friedenstätigkeit des Kaisers, so habe ich ferner darauf zu verweisen, dass wir in ihm densichersten Hort des europäischen Friedens besitzen. Ich darf noch besonders darauf hinweisen, dass der Kaiserbei der Ansprache gelegentlich seines Einzuges in Karlsruhe auf die Notwendigkeit der Pflege und Erhaltung desinneren Friedens besonders hingewiesen hat. Mein Wunsch geht dahin, dass der innere Friede sich auch in denKünstlerkreisen festigen und erhalten möge, dass sie sich reinigen mögen von den Schlacken einer einseitigenKampfeslust, einer Realistik, die in Zynismus auszuarten droht. Ich will dieses Thema nicht weiter ausspinnen,es möge aber das Wort des Kaisers Geltung haben, dass die Künstler in erster Reihe dazu berufen seien, diePflege des Schönen zu fördern; diese Meinung ist beherzigenswert, sie gibt allen Richtungen der Kunst ihr freiesSpiel, aber auf der andern Seite gibt sie auch den "Weg an, den man gehen muss, wenn man gesunde Bahnenweiter fortschreiten will. Auch in dieser Beziehung sind wir dem Kaiser zu grösstem Dank verpflichtet und diesemDank geben wir Ausdruck, indem wir rufen, Se. Majestät der Kaiser lebe hoch!
Jubelnd wurde in den Kaisertoast eingestimmt, und nach dem nächsten Gang des Festessenshielt Professor Fritz Roeber folgende fein pointierte Ansprache:
Ehre ist das schönste und heiligste Wort der deutschen Sprache. Für die nationale Ehre setzt jedes kraft-volle Volk den letzten Mann, den letzten Tropfen Blutes ein. Für die Gesamtheit und den Einzelnen, den Staat wiedie Familie bildet das Gefühl für Ehre Grundlage und Richtschnur. Weil wir die Ehre so hoch stellen, bringenwir das Wort mit vielem, was wir ganz besonders hervorheben und auszeichnen wollen, in Verbindung. Selbstlosgeleistete Arbeiten für die soziale Wohlfahrt, für das Gemeinwohl, für öffentliche Interessen und edle Zweckebezeichnen wir als ehrenamtliche. Es ist erklärlich, wenn sich in einem rasch aufblühenden Gemeinwesen bei derregen Teilnahme des Einzelnen an der Entwicklung des ganzen Organismus Männer finden, die ihre Kraft Unter-nehmungen, die für die Stadt von Bedeutung scheinen, widmen; aber die rückhaltlose freudige Aufopferung, mitder dieselben Männer, die sich schon bei der vorigen Ausstellung ins Glied stellten, bei dem neuen grossen Wagnismitwirkten, die Zähigkeit der neuen Mitarbeiter, verdient doch registriert zu werden; als ein Wunder aber erscheintes, dass über die Stadt hinaus aus ganz Deutschland Männer von hervorragendster Tüchtigkeit ehrenamtlich ihnengestellte Aufgaben übernahmen, um die Ausstellungen in Düsseldorf so zu gestalten, dass sie für Kunst und Garten-bau von nachhaltiger Wirkung und bleibenden Folgen wären. Solange ein warmes, tiefes Gefühl für das Idealenoch in so Vielen wurzelt und sich nicht in Träumereien verliert, sondern in praktische Arbeit umsetzt, brauchenwir nicht zu befürchten, dass der Materialismus mit seiner nüchternen kalten Weltauffassung in unserem Vaterlandzur Regierung und Herrschaft gelangt. Bei unserer Ausstellung gibt so das Wort Ehrenamt einen vollen Klangund ist das Zeichen für eine gewaltige Arbeitsleistung. Aber noch in einer weiteren Verbindung wenden wir dasWort Ehre heute freudig bewegt an. Wir sehen auf einen reichen Kreis von Männern, die lange schon der Stolzunseres Volkes sind; sie sind heute unsere Ehrengäste. Mit vielen unter ihnen verknüpft die Stadt so viele, soinnige Beziehungen, dass sie fast als liebe Freunde unserer engeren Heimat bezeichnet werden können, und ichmöchte wohl sagen, dass es ohne ihre stete Bereitwilligkeit, überall wo es wankte, zu stützen, und da wo es fehlte,zu helfen, unmöglich gewesen wäre, das unternommene Werk in so kurzer Zeit zu vollenden. Wenn ExzellenzStudt die wunderbare Sonderausstellung von Werken Adolf von Menzels ermöglichte, wenn Exzellenz v. Rheinbabenunsere Finanznöte hob und mit den Reichsbehörden die Ausstellung gegen die Gefahren der Reblaus und anderenUngeziefers schützte, wenn Exzellenz Nasse, der Herrscher des Stromes, dafür sorgte, dass die Hochwasser desRheines im richtigen Augenblick sich wieder verliefen, so sind wir diesen Männern und alle den andern, die inden Behörden des Reiches und des Staates hinter und vor den Kulissen für uns wirkten, zu grösstem Dank ver-pflichtet und noch besonders für ihr Erscheinen an diesem Tage. Eine Ehre aber, die der Ausstellung erwiesenwurde, ist doch unter allen die höchste. Den Namen des deutschen Kronprinzen darf sie an der Spitze führen,unter seinem höchsten Schirm und Schutz ist sie geborgen, und heute erschlossen sich ihre Pforten auf den Befehldes Kaisersohnes, der ihr Werden und Weiterschreiten von Anbeginn mit lebhafter Anteilnahme verfolgt hat. Dievielseitigsten Interessen zu pflegen, in strenger Arbeit sich für grosse Aufgaben vorzubereiten und zu stählen, istunseres Kaiserhauses Erbteil. Der Hohenzoller, der heute in den Mauern unserer Stadt weilte, macht keine Aus-nahme. Rege Teilnahme für die verschiedensten Fächer der Technik sowohl, wie für jede Errungenschaft der"Wissenschaft ist auch unserm Kronprinzen eigen, und die Schönheiten in Kunst und Natur finden bei ihm einwarmes Herz, ein offenes Auge und vollstes Verständnis. Mit freudiger und begeisterter Hingabe blicken wir zuunserm Kaisersohne auf und fassen unsere Wünsche und unsern tiefen Dank für Seiner Kaiserlichen HoheitHuld und Gnade zusammen in dem Rufe: Seine Kaiserliche und Königliche Hoheit der Kronprinz des DeutschenReiches und von Preussen, er lebe hoch!
rj er Reihe der Redner schloß sich dann Oberbürgermeister Marx mit nachstehenden schwung-vollen Worten an:
Hochgeehrte Herren!
Zwei Ausstellungen, in harmonischem Gefüge aufeinander gestimmt, haben wir heute morgen eröffnet. DerSchauplatz dieser neuen Tat ist wiederum die Stadt Düsseldorf, wie ich zu glauben wage, keine unwürdige Stätte.Meine Herren! Wie echte Liebe Gegenliebe weckt, so entzündet rechte Begeisterung freudigen Widerhall, und somöge die Festfreude, welche heute eingezogen ist in alle Herzen dieser Stadt, eine Vorbedeutung des Segens sein,den wir von dem heute vollendeten Werke erhoffen. Unter dem mächtigen Eindruck des soeben Geschautenzwingt es mich, vorerst dem Schöpfer und Meister dieser Ausstellung, Herrn Professor Fritz Roeber, und seinenMitarbeitern den tiefempfundenen Dank der Heimatstadt mit diesem einen Worte auszusprechen. Die Stadt