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Der kursächsische Kämmerer Degenhart von Pfeffingen, der Begleiter Dürers auf der "Marter der Zehntausend Christen"
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Anklage gegen Pfeffingers Kargheit kein geringerer Eideshelfer alsLuther. Auch dieser erhebt in seinen Briefen diesen Vorwurfgegen den Kämmerer. Koetschau sagt in seinem Aufsatz «DieMedaille auf Degenhard Pfeffinger» (a. a. 0., S. 323V: «Lutherhielt Pfeffinger für geizig. Ihm schrieb er es zu, daß Melanch-thon so kärglich besoldet sei, daß er selbst eine vom Kurfürstenversprochene Kappe noch nicht erhalten habe. Und als er diesenan ein ihm zugesagtes Kleid erinnert, schreibt er: «So derPfefiinger das ausrichten soll, daß er es mit der Tat und nitmit freundlicher Zusagung ausrichte; er kann fast (= sehr)gute Worte spinnen, wird aber nit gut Tuch daraus». Koet-schau glaubt diese abfällige Bemerkung Luthers auf eine ge-wisse Abneigung des Beformators gegen den Kämmerer zurück-führen zu dürfen, da letzterer den neuen, religiösen Gedankennur mit lauem Eifer gegenüber gestanden habe — in der Tatstarb auch Pfeffinger als ein treuer Sohn der alten Kirche — imZusammenhalt mit unseren Ausführungen könnte es aber dochden Anschein gewinnen, als ob sich hinter diesen AuslassungenLuthers anderes verberge als eine Verärgerung dieser Art.Bemerkenswert bleibt dieses Zusammentreffen jedenfalls 65 . -

Schließlich noch eine Bemerkung! Scheint schon die IdeeDürers, sich inmitten aller der grüuelvollen Szenen heidnischenBlutdurstes und Verfolgung in eigener Person und zwar nichtetwa seitwärts als Zuschauer, sondern höchst auffällig im Mittel-und Brennpunkt des kreisförmig aufgebauten Theaters derSchrecken abzubilden, etwas Befremdendes zu haben, so möchteder Gedanke, daß der Meister es über sich gewinnen konnte, indieses Drama von Blut und Grauen eine scherzhafte Szene ein-zullechten, peinlich und abstoßend erscheinen und den Vorwurfeiner gewissen Herzenskälte, ja -roheit, nach sich ziehen.Nichts wäre aber wohl verfehlter. Dürer stand eben seinem

Vorwurf rein als Künstler gegenüber, welchem die Vor-

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M Das sächsische Volk betrachtete Pfeffinger auch als den Urhebereiner äußerst unbeliebten Biersteuer. «Der fiath des Kurfürsten, der Käm-merer Degenhart Pfeffinger, galt für den Urheber des drückenden Bier-zchnten und die Stände "trugen auf Entlassung desselben aus sächsischenDiensten an; unter anderm auch dies vorgebend, daß sein Gehalt — dersich auf 400 Gulden belief — zu hoch sei.» Das Volk hielt ihn für geizig.(Tutzschmann, Friedrich der Weise, Grimma^ 1848, S. 47).

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