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5 (1927) Erde, Gewächs und Weltall
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Falle derselben war eine Bresche in den anschließenden Waldsaum gelegt,der Sand drang ein und verschüttete allmählich jede Spur eines Baumwuchses.Ebenso erzählen Urkunden des späteren Mittelalters von ausgedehnten Jagd-forsten im Gebiete derLandes". Dieselben wurden im Anfange des sech-zehnten Jahrhunderts ausgerottet, und von Stund an war das Unheil jenerKüste entschieden. Jedoch ist nun eben dort auch wieder in einem glänzendenBeispiele gezeigt worden, wie der Mensch mit Geschick und Ausdauer denWinken der Natur folgend, die Wunden zu heilen vermag, die er ihr im blindenEifer der Zerstörung geschlagen. Es ist der Name des edlen Bremontier, anden sich diese neue Epoche derLandes" knüpft. In den Jahren 1787 bis1793 hatte er zuerst die Möglichkeit erwiesen, die Dünen zu dämpfen, indemer mit eigener Hand und geringem Kostenaufwande gegen 200 Hektarenbeweglichen Sandes festigte. Sein Vorgang ermutigte zur Nachfolge, und nurdurch eine verhältnismäßig kurze Unterbrechung aufgehalten sind, die Arbeitenseit einigen Jahren vollständig zu Ende geführt. Die Dünen der Gascogne,einst der Schrecken des Landes, sind jetzt mit dichtem Tannengrün bedeckt:ihr Schmuck und ihr Reichtum. (Hermann Masius, Geographisches Lesebuch,1874.)

DASFEHN"

Wie auf den Torfgräber der Moorbauer folgte, so folgt wohl dem MoorbauerderFehntjer", der Kolonist desFenn". Denn mit diesem altfriesischenWorte, das ursprünglich so viel als Sumpf bedeutet und auch in dem NamenFinnlands wiederkehrt, werden endlich jene großen Anlagen der holländischenund niederdeutschen Küstenmoore bezeichnet, die in der Tat beweisen, daßhier die Natur einen Schatz der Fruchtbarkeit verborgen hat, der nur derhebenden Hand wartet, um mit reichem Gewinne zu lohnen. Zwar sind,wie bemerkt, auch die Moore der Vendee längst für den Anbau gewonnen.Gleich einzelnen weißen Marksteinen schimmern da die Meierhöfe aus dereinförmigen, labyrinthisch vom Wasser durchschnittenen Ebene, und es istein anziehendes Schauspiel, wenn am Morgen eines Sommersonntages aus alldiesen Oasen die kleinen Kähne hervorschlüpfen, alle dem fernen Turme desKirchdorfs zustrebend. Sie führen die Frauen und Mädchen zur Messe,während die Burschen, die bequeme Fahrt verschmähend, den hohen Spring-stock in der Hand, über Moor und Feld und Gräben demselben Ziel ent-gegeneilen.

Allein wie freundlich immer, das deutsche Fehn ist nicht bloß ein freund-licheres, sondern ein achtungsgebietenderes Bild. Hier ist das Moor in derTat überwunden. Die schwarze Erde ist bis zum Grunde abgebrannt, ab-geschwemmt, abgetragen, die Wasser, in breitem Bett gesammelt, ergießensich in den Fluß oder ins Meer, und nachdem so in einer Arbeit von Menschen-altern gleichsam die Urgestalt der Erde wieder aufgedeckt worden, hat einewirkliche Neuschöpfung begonnen. Allerdings finden sich solcher Fehneauf deutschem Boden verhältnismäßig erst wenige. Unser Boot gleitet viel-leicht stundenlang zwischen engen, dunklen Ufern dahin, ohne daß ein Lautoder eine Gestalt des Lebens die stygische Fahrt unterbräche. Da plötzlich

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