kugel ausgefahren, einen langen, roten Schweif hinter sich lassend, daraufwar sie geplatzt und hatte Steine umhergestreut.
Da fehlte nichts mehr zu dem „Ammenmärchen" vom feuerspeienden Drachen,und die Akademie war nicht wenig in Verlegenheit um die Erklärung. Esblieb noch einige Hoff nung, nachweisen zu können, das Ganze sei Übertreibung,und deshalb ward eine Gesellschaft von gelehrten Männern, unter diesen Biot,an Ort und Stelle geschickt, um die Sache dort zu untersuchen.Es verhielt sich jedoch in der Tat alles so, wie berichtet worden, und manfand auf einem großen elliptischen Raum von mehreren französischen MeilenDurchmesser viele Tausend einzelne Stücke ein und desselben Gesteines,die vom Himmel gefallen waren.
Jetzt stand die Tatsache fest, das Ammenmärchen ward auch in Frankreichzu einer wissenschaftlich begründeten Tatsache, und zwar zu einer nicht ebengar so selten wiederkehrenden: das Meteor hatte das Indigenat in Frankreicherhalten, es durfte existieren und machte davon einen angemessenen Ge-brauch, indem es sich unter ganz gleichen Umständen am 13. März 1806zu Alais, am 23. November 1810 zu Charsonville bei Orleans, am 10. April1812 bei Toulouse, am 5. August 1812 zu Chantonait, am 5. September 1814zu Agen, am 15. Februar 1818 zu Limoges, am 15. Juni 1821 zu Juvenas imArdeche-Departement, am 3. Juni 1822 zu Angers, am 13. September 1822zu Basse im Kanton Epinal der Vogesen zeigte. — —
Es gibt Steine, welche die alten Griechen Bätylien nannten, diese waren vomHimmel gefallen und als solche heilig gehalten und hoch verehrt. Die Klas-siker geben uns hierüber an verschiedenen Stellen Nachricht: ein solcher„Donnerkeil" (man schrieb sie dem Zeus zu) befand sich auf Kreta, soll etwa1500 Jahre vor unserer Zeitrechnung gefallen sein, die berühmte Marmor-chronik erwähnt seiner in der 18. und 19. Linie, ebenso in der 22. Zeile einerEisenmasse, welche 1168 vor Christo auf dem Berge Ida niederfiel und heiliggehalten wurde.
Plutarch, Plinius und andere erzählen von einem gewaltigen Steinfall zuÄgos Potamos im thrazischen Chersones. Anaxagoras der Klazomenier solldenselben vorausgesagt haben, der Stein soll groß wie ein paar Mühlensteinegewesen sein und aus dem Flusse, in welchen er gefallen, um einen ganzenFuß hervorgeragt haben. Er fiel im Jahre 465 vor Christo.Im Jahre 704 oder 705 vor Christo fiel die berühmte Ancyle vom Himmel,ein unscheinbares und unregelmäßiges Stück Erz (Eisen), welches NumaPompilius für einen Schild erklärte, den Jupiter als Palladium vom Himmelherabgeworfen und woran das Orakel die Herrschaft Roms über die Weltknüpfte, deshalb dieser sein sollende Schild durch einen geschickten Künstlerelfmal so getreu nachgebildet wurde, daß man den echten kaum oder garnicht mehr von den anderen unterscheiden konnte.
Im Jahre 654 fiel ein Stein auf den Mons Albanus. In den Jahren 206 und 205fielen nach Plutarchs Angabe feurige Steine vom Himmel — im Jahre 56oder 52 fiel schwammiges Eisen (wie die Pallassche Eisenmasse in Sibirien)in Lukanien vom Himmel, wie Plinius berichtet — und so ist der Steinfallseit den ältesten Zeiten historisch festgestellt, und die Meinungen der Alten
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