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4 (1926) Die Gestalt des Deutschen
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DER HAINBUND

Den 12 September (schreibt Voß an Brückner 1772), da hätten Sie hier seinsollen! Die beiden Millers, Hahn, Hölty, Wehrs und ich gingen noch desAbends nach einem nahegelegenen Dorfe. Der Abend war außerordentlichheiter und der Mond voll. Wir überließen uns ganz den Empfindungen derschönen Natur Wir aßen in einer Bauernhütte eine Milch und begaben unsdarauf ins freie Feld. Hier fanden wir einen kleinen Eichengrund, und so-gleich fiel uns allen ein, den Bund der Freundschaft unter diesen heiligenBäumen zu schwören. Wir umkränzten die Hüte mit Eichenlaub, legten sieunter den Baum, faßten uns alle bei den Händen, tanzten so um den eingeschlos-senen Stamm herum-, riefen den Mond und die Sterne zu Zeugen unseresBundes an und versprachen uns eine ewige Freundschaft. Dann verbündetenwir uns, die größte Aufrichtigkeit in unsern Urteilen gegeneinander zu be-obachten und zu diesem Endzwecke die schon gewöhnliche V^sammlungnoch genauer und feierlicher zu halten. Ich ward durch Loos zum Altestenerwählt. Jeder soll Gedichte auf diesen Abend machen und ihn jahrlich be-

SkSonnabend um vier Uhr kommen wir bei einem zusammen »oprtoek. Odenund Ramlers lyrische Gedichte und ein in schwarz vergoldetes Leder gebundenesBuch tSen auf dem Tisch. Sobald wir alle da sind, liest einer eine Ode ausKloostocl oder Ramler her, und man urteilt alsdann über die Schönheitenund Wendungen derselben und über die Deklamation des Lesers. Dann wirdKaffee getrunken und dabei, was man die Woche etwa gemacht, hergelesenund darüber gesprochen. Dann nimmt es einer, dems aufgetragen wird, mitnach Hause und schreibt eine Kritik darüber, die des andern Sonnabends vor-gelesen wird. Das obige schwarze Buch heißt das Bundesbuch und soll eineSammlung von den Gedichten unsers Bundes werden, die einstweilen durch-

linÄe 1 lor sefner Abreise nötigte Ewald den ganzen hiesigen Parnaß,aucrf Bürger von Gelinhausen, zum Abschiedsschmause Das war nun eine* T. 6 u<mtt ,, A w : r ze chten auch alle wie Anakreon und Flaccus.ITZfwert'Z 0^^* und zu beiden Seiten der Tafelm! Eichenlaub bekränzt die Bardenschüler. Gesundheiten wurden auch ge run-ken erstlich Klopstocks! Boie nahm das Glas, stand auf und rief: Klopstock!Jear folgte ihm'nannte den großen Namen und nach einem heiligen Std-schweigen trank er. Nun Ramlers! Nicht voll so feierlich; Less.ngs Gleims,schweigen tranK er. 1NU Weißens und so weiter . . Jemand nannte

Geßners Gerstenbergs, £*£ ß ' n stand mit vollen £ läsern auf und

(Voß, Briefe von i77 2 -)

HERDER UND HAMANN

Innig schloß sich Herder an seinen Freund Johann Georg Hamann an und diesersich an ihn. In ihm fand er, was er suchte und bedurfte: ein mitempfindendes,

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