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4 (1926) Die Gestalt des Deutschen
Entstehung
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und List Roms, war er im Privatleben ein guter Mann, ein munterer Gesell-schafter und so uneigennützig, daß er fast nur Schulden hinterließ.Meister Ulrich Zwingli von Wildenhaus im Toggenburg, Pfarrer bei UnserLieben Frauen Stift in den Einsiedeln und nachmals zu Zürich, hatte schonfrüher gegen die herrschenden Mißbräuche gezeuget, aber ohne Luthers ver-zehrenden Eifer und ohne desselben immer erneuerten Stoß auf den gemein-schaftlichen Feind würde der Schweizer mit anderen wohlmeinenden Predi-gern der Wahrheit unbemerkt oder doch ohne revolutionäre Wirkung ge-blieben sein. Zwingli hatte eine patriotische, republikanische Seele, die ernicht weniger in bürgerlichen als in religiösen Arbeiten zeigte: denn er begnügtesich nicht, seine Kirche auf den Weg der Wahrheit zu leiten, wenn er nichtauch dem Vaterland alle für die Freiheit erforderlichen Sitten und Grundsätzegäbe. Für bürgerliche Ordnung, häusliche Tugend, für jene unschuldige Politikeines ewigen Friedens war er so eifrig als in den Kontroversen. Seine Redenmachten das lebhafte Gefühl der Notwendigkeit einer Reform eindringend.Später als beide erhob sich der Reformator der französischen Kirche, MeisterJohann Chauvin (Calvinus) von Noyon in der Picardie, Lehrer zu Genf. Dieserhatte den Geist eines alten Gesetzgebers, ein Genie und Eigenschaften, welcheihm zum Teil unverkennbare Vorzüge gaben, und Fehler, die nur das Über-maß der Tugenden waren, vermittelst deren er sein Werk durchsetzte. Aucher hatte einen unermüdeten Fleiß in standhafter Hinsicht auf einerlei Zweck,eine unerschütterliche Festigkeit in Grundsätzen und Pflicht, in seinem Lebenund sterbend den Ernst und die Würde eines altrömischen Zensors. Zu derFreiheit seiner Stadt Genf trug er ungemein viel bei, sein Ansehen gab denoft uneinigen Vorstehern gleichen Sinn. Durch seine Lage und Sprache truger zur Beschleunigung der Fortschritte des menschlichen Geistes vornehmlichund mehr bei, als er selbst vorsah. Denn unter den Genfern und in Frank-reich wurde der Grundsatz freier Prüfung, auf den er sich anfangs gründenmußte und welchen zu beschränken er sich nachmals vergeblich bemühte,Weit fruchtbarer an Folgen, als bei Nationen, die weniger inquisitiv als dieGenfer und nicht so kühn wie die Franzosen sind. Hieraus entwickelten sichmich und nach philosophische Ideen, die, wenn sie auch von den Leidenschaf-ten und Absichten der Urheber noch nicht rein genug sind, doch eine großeMenge Vorurteile verbannt und für die Zukunft Aussichten auf echte Lebens-weisheit und besseres Glück eröffnet haben. (Johannes von Müller, Vierund-2 Wanzig Bücher allgemeiner Geschichten, 1811.)

LUTHER

"er Bauernaufstand des Geistes. Wir Europäer befinden uns im Anblickeiner ungeheuren Trümmerwelt, wo einiges noch hoch ragt, wo vieles morschUn d unheimlich dasteht, das meiste aber schon am Boden liegt, malerischgenug wo gab es je schönere Ruinen? und überwachsen mit großemUn d kleinem Unkraute. Die Kirche ist diese Stadt des Untergangs: wir sehendie religiöse Gesellschaft des Christentums bis in die untersten Fundamenteer schüttert, der Glaube an Gott ist umgestürzt, der Glaube an das christ-u*

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