sunden Anhöhe, welche die ganze Stadt und eine herrliche Aussicht beherrscht,mit dem nun eingegangenen Park, Menagerie, Wasserwerken und so weiter.Mit einem kalten Kopfe verband Eugen ein warmes Herz. — „Österreich überalles" war die Losung aller seiner Unternehmungen. Dreien Kaisern hat ergedient mit einer Anhänglichkeit ohne Grenzen. Sehr charakteristisch pflegteer von ihnen zu sagen: „Leopold war mein Vater, Joseph mein Bruder Karlmein Herr!"
Lange Zeit hindurch war er die Zielscheibe bitterer Verfolgungen. Nach denSchlachten von Marsaglia und Zentha trachteten seine Feinde ohne Ruhe undRast, ihn in ewiges Gefängnis oder auf das Blutgerüst zu bringen. Gleichwohldachte er nie daran, sich zu rächen, selbst da er die volle Macht dazu hatte.Wenn der Dienst ihn mit seinem hämischsten Widersacher zusammenrief,vergaß er mit der edelsten Selbstverleugnung sein empörtes Gefühl, nur denDienst, nur des Monarchen Sache im Auge habend, die nur durch einträch-tiges Zusammenwirken befördert werden können. Dieses und die unerschüt-terliche Eintracht mit Marleborough ist der schönste Zug in seinem Gemälde,denn ungleich größer ist die Zahl derjenigen, die ihre Feinde, als derer, die sichselbst zu überwinden gewußt haben.
So ernsthaft der Prinz in Geschäften war, so aufgeweckt, scherzhaft undüberaus geistreich war sein gesellschaftlicher Umgang. — Sein erhabenerBeruf erfüllte alle Stunden des Tages, nur die Abendstunden vertrieb er manch-mal durch ein Schach- oder Kartenspiel. Im Umgang mit Damen vereinigteer die Galanterie eines Franzosen mit der Herzlichkeit und Treue eines Deut-schen. Freund war er mit ganzer Seele, wie er überhaupt nichts halb war. —Jeder Dürftige hatte untrüglichen Anspruch auf seinen Trost, Rat und seineWahrhaft fürstliche Freigebigkeit.
Ein ausgebreiteter Briefwechsel mit den größten Staatsmännern, den verdienst-vollsten Gelehrten, mit seinen alten Waffenbrüdern und Gegnern, Marle-borough, Cadogan, Stairs, Stanhope, Villars, mit welchen er Gegenstände derKriegskunst und seine eigenen späteren Feldzüge kritisch auseinandersetzte,erfüllte einen großen Teil seiner ohnehin karg zugemessenen Zeit. — DerStil war äußerst anspruchslos, soldatisch präzis, die Gabe der Analyse prangtedarin im höchsten Grade. Wenige Briefe, selbst über wichtige und gelehrteDinge, überstiegen den engen Raum von fünfzig Zeilen, aber wo immer mög-lich stand schon in dem ersten Dutzend die Hauptidee im Basrelief da. DieSchrift war fest, etwas hart, die Buchstaben fingerlang, ohne Haar- und Schat-tenstriche. — Von Abkunft ein Italiener, in Frankreich geboren, übrigensmit Leib und Seele Österreich angehörig, unterschrieb er auch seinen Namenimmer in drei Sprachen: „Eugenio von Savoye". (Joseph Freiherr von Hor-mayr, österreichischer Plutarch, 1807/1814.)
GUIDO VON STARHEMBERG
Starhemberg war von mittelmäßiger Leibesgröße, stark gebaut, aber mehr hagera k fett, seine Farbe blaß, seine Bewegungen langsam, aber sehr bestimmt,s eine Miene drückte tiefen, ruhigen, an Strenge grenzenden Ernst aus.
9 Wolters, Der Deutsche. IV, 2.
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