auf die Schweden bei Ansbach, der Graf Dohna bei der Eroberung von Chem-nitz seine Freundschaft. Er hielt immer eine Anzahl goldener Ketten in Be-reitschaft, um auf der Stelle belohnen zu können; er erhob selbst in den Adels-stand; seine Kriegskasse war angewiesen, die Kosten für die Ausfertigung derDiplome zu tragen. In sehr außerordentlichen Fällen ersuchte er aber auchden Kaiser, einem Befehlshaber seine Zufriedenheit auszudrücken. Um fürerledigte Stellen einen Ersatz in Bereitschaft zu haben, sah er es gern, wennsich Volontäre in seinem Lager aufhielten; doch wollte er nicht, daß sie deröffentlichen Sache lediglich auf ihre eigenen Kosten dienten; in dem Maße,daß sie sich brauchbar zeigten, wies er ihnen gute Quartiere an. Auch jedemuntergeordneten Verdienst widmete er seine Anerkennung; man hörte ihnsagen: der hat hier das Beste getan, dieser dort; dem dankt man diesen Erfolg,dem einen anderen. Er belohnte gern; doch hatte es fast noch mehr Wert,wenn er einem die Hand auf den Kopf oder die Schulter legte und ihn dannlobte. Wer bei einer rühmlichen Handlung fiel, den ehrte er im Tode; er be-gleitete ihn bei seiner Beerdigung. Feigheit wurde nicht allein verachtet,sondern bestraft, selbst mit Grausamkeit; auch das Mißlingen, wenn einiger-maßen verschuldet, galt als Verbrechen. Wenn er dann zu einer Beförderungschritt, etwa einem gemeinen Soldaten die Stelle eines Hauptmanns verlieh,so nahm er es nicht übel, wofern dieser versäumte, ihm persönlich seinenDank darzubringen, denn er beweise dadurch die Einsicht, daß er seine Be-vorzugung nicht der Gunst verdanke, sondern allein dem Verdienst.Niemand hätte sich weigern dürfen, seine Ehre im Zweikampf zu verteidigen.Wer das tat, wurde aus dem Heere gestoßen. Mancher hat seine Gunst ge-wonnen, indem er sich einer Strafe widersetzte, die seine Ehre beleidigte, undsich lieber der Gefahr des Todes aussetzte, als der Schmach. Höchst wider-wärtig waren ihm Empfehlungen vom Hofe, er hat sie mit Scherz oder auchmit Hohn abgelehnt. Wer sich in allzu schmuckem Aufzug zum Dienst mel-dete, den hat er wohl an die behäbige Hofhaltung eines Kardinals gewiesen,für welche das passe; im Feldlager würde der Rauch des Geschützes das feine
Gesicht verunstalten.-------
Er war ein geborener Kriegsfürst. Solange er gesund war, liebte Wallenstein,mit den Obersten zu speisen, denn nichts verbinde die Gemüter mehr als heiteresGelag. Aber bei aller guten Kameradschaft hielt er doch den Anspruch derunbedingten Unterordnung fest. Wenn er im Feldlager einherging, wollte ernicht gegrüßt sein; wenn er sich dann in sein Quartier zurückzog, so hielt erdarüber, daß niemand in der Nähe desselben mit Pferden und Hunden er-scheinen, mit klirrenden Sporen daherschreiten durfte. Außerhalb des Feld-lagers liebte er eine Pracht zu entwickeln, mit der kein Fürst wetteifern konnte.Was hatte er sich in Prag für einen prächtigen Palast erbaut, mit Säulenhallen,geräumigen, hellen, kunstgeschmückten Sälen, dunklen, kühlen Grotten! Inseinem Marstall fraßen dreihundert ausgesuchte Pferde aus marmornen Krip-pen; wenn er ausfuhr, geschah es mit einer langen Reihe zum Teil sechsspän-niger Karossen. Vogelhäuser fast im orientalischen Stil, sorgfältig erhalteneFischteiche fand man in seinen Gärten. Vom Schlosse in Sagan erzählt man,er habe es zu dem achten Wunder der Welt machen wollen. Er hat zugegeben,
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