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4 (1926) Die Gestalt des Deutschen
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Lande. Einstimmig galt er Zeitgenossen und Nachkommen als ein würdigerHerr, ein zuverlässiges Haupt, ein weiser, vorsichtiger Fürst. Allein, ob ihnam meisten der Ruhm zierte, allen gerecht geworden zu sein und niemand ge-schädigt zu haben, nie hat er zaghaft gehießen oder der Tatkraft bar. Manerzählte sich gerne, wie er gestorben: in hohem Alter, nicht im Bette, nichtgebrochen: vor dem Altar in Wams und Kleidung. Es zeigt, wie man ihn sichzu denken gewohnt war: aufrecht und männlich gefaßt. Und mächtig durchdas Gedenken seines milde regierenden Alters bricht sich das Zeugnis Bahnvon der würdigen Tatkraft des Mannes, blitzt die Erinnerung durch an seineJugend, da er die Russen geschlagen. (Karl Schirren, Walter von Plettenberg,I859-)

ERZBISCHOF WOLF DIETRICH VON SALZBURG

Erzbischof Wolf Dietrich stammte aus dem schwäbischen Geschlechte derRitter von Raittenau in Langenstein und war der Sohn des kriegstüchtigenkaiserlichen Obersten Hans Werner von Raittenau. Am 2. März 1587 alsjüngster der Domherren zum Erzbischof erwählt, war er einer der interessante-sten Fürsten seiner Zeit, der ein tragisches, für einen geistlichen Machthaberseltenes Geschick erfuhr. Anfangs von der Restaurationspartei mit Jubelempfangen, überwarf er sich allmählich mit seinem Kapitel, seinen Unter-tanen und den Parteien im Reich und wurde schließlich, als ihn Herzog Maxi-milian wegen seines Einfalles in Berchtesgaden mit Krieg überzog, von allenverlassen, so daß er seine Tage im Kerker beschließen mußte.Wolf Dietrich war im Besitz der reichsten Geistesgaben und wohl belesen,aber ein eigenwilliger und ehrgeiziger Fürst, hochmütig und anmaßendund von einer Energie, die sich bis zum Eigensinn steigern konnte. SeineHandlungen entsprangen fast nur der Absicht, seine Person im Ansehenzu heben und seine Macht zu zeigen. Er liebte äußeren Glanz und welt-liche Fürstenmacht, ja sogar Verschwendung, und kümmerte sich erst inzweiter Linie um die Pflichten eines Bischofs. Dieses ruhmsüchtige Strebennach Macht und Glanz, nach Verherrlichung der eigenen Person ist es, demwir den großen Einfluß Wolf Dietrichs auf die Kunst in Salzburg, insbe-sondere seine Bedeutung für die bauliche Entwicklung der Stadt, zuzu-schreiben haben.

Einen großen Teil seiner Jugendjahre hatte Wolf Dietrich am Hofe seinesOheims, des Kardinals Marx Sittig in Rom, zugebracht. Es ist für die Fragenach der Ursache des italienischen Gewandes von Salzburg sehr wichtig.Wolf Dietrich ist ja derjenige, der um die Wende des 16. und 17. Jahrhundertsin Salzburg jene staunenswerte Bautätigkeit entfaltet hat, die für die Stadtgeradezu eine Neugründung bedeutet. Bei dierem Oheim, der in Üppigkeitfern von seiner Diözese lebte, ungeheure Summen verausgabte und prächtigeKirchen und Paläste baute, entwickelten sich in dem jungen Wolf Dietrichalle die genannten Eigenschaften, die dann später in Salzburg durch seineHandlungen offenen Ausdruck fanden. Die leidenschaftliche Baulust aberkonnte bei dem aufgeweckten, für alles Prunkvolle und Großzügige empfäng-

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