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4 (1926) Die Gestalt des Deutschen
Entstehung
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richtigen Gehorsam und Ruhe gebot. Wie andere, so beherrschte er sich selbst.Nie selbst im aufgereiztesten Zorne hat er die Gesetze verletzt, nie seineÜbermacht mißbraucht zur Befriedigung der Habsucht und Wollust aberer sprach auch fast nie los, wo der Buchstabe des Gesetzes verdammte undder Geist verzieh.

List war aus seiner Staatskunst verbannt. Er ging einfach, ohne Schonung,den Weg der Macht. Unglück trug er mit starker Seele und harrte geduldigund besonnen des günstigem Augenblicks. Daß ihm mehrmals nach dem Lebengetrachtet worden, änderte ihn nicht im geringsten. Ängstliche Vorsicht lagdurchaus nicht in ihm.

Schlaflos und unaufhörlich denkend bei Nacht, unruhig bei Tage, verschwie-gen wie das Grab; starke finstere Züge, durch öftere Augenkrankheitennoch mehr zusammengezogen; die Sprache derb und heftig; viel vonRudolfs Geist, seine ganze Kraft, aber was diese gewannen, durch Tonund Manier wieder verderbend, in denen er dem Vater völlig entgegengesetzt

erscheint, so war Albrecht.-------

Am Hasenbühel geschah (am 2. Juli 1298) die Schlacht um das römische Reich.Albrecht hatte den Seinen befohlen, mit ihren zweischneidigen gespitztenSchwertern bloß die Pferde der Feinde niederzustechen und auf Adolf einzu-dringen; des Blutes aber nach Möglichkeit zu schonen. Die Österreicher undKärntner hielten starkmütig den ersten Stoß der Feinde auf, indem stürmteAdolf von Nassau mit verhängtem Zügel in den Haufen, welchen Albrechtführte, stürzte und verlor den Helm. Nichtsdestominder rief er mit gesenkterLanze Albrechten an: ,,Hier sollst du mir wohl das römische Reich lassen!"Dagegen Albrecht:Das steht allein in Gottes Hand", und durchstieß Adolfendas Auge. Zugleich wurde sein Streitroß durchbohrt und der Rauhgraf er-schlug ihn vollends. Darauf folgte eine allgemeine Flucht. Über sechzigGraf en wurden gefangen, erschlagen kaum etlich hundert Mann, dagegen lagenüber 3000 erstochene Pferde auf der Walstatt. So groß war die Hitze desTags, daß viele mannhafte Streiter in ihren Rüstungen erstickten. Adolf, derdie Krone weder rühmlich erworben, noch getragen, verlor sie doch rühmlich,im ehrlichen Kampfe, indem er sie mit Löwenmut verfochten hatte. (JosephFreiherr von Hormayr, österreichischer Plutarch, 1807/1814.)

DON JUAN D'AUSTRIA

Don Johann war in der Blüte männlicher Jugend und Kraft. Wenn er in denneapolitanischen Winterfesten, zu denen er vom Siege wegging, in dem Kreiseder Frauen erschien, eine mäßige wohlgeformte Gestalt, das lange blonde Haar,wie er zu tun aufbrachte, mit einer gewissen Anmut von den Schläfen rück-wärts gestrichen, mit den angenehmsten Manieren und voll freudiger Munter-heit, kann man denken, ob er ihnen gefiel. Er ritt am besten; im Turnier, inder Handhabung der Waffen übertraf ihn kein anderer; man sah ihn nachTische fünf bis sechs Stunden Ball schlagen und sich nicht sparen, denn auchhierin wollte er der erste sein. Doch genügte ihm dies nicht. Er wußte wohl,Welch einen Wert es habe, beredt, höflich, gewandt und unterrichtet zuerschei-

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