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4 (1926) Die Gestalt des Deutschen
Entstehung
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den ungeheuren Anspruch, die unfertigen Mittel und alle gereizten Gegner-schaften seines Amtes.

An all dem reifte und wuchs das reichste, geschmeidigste und kühnste Herr-schergenie, das die Welt seit Cäsar gesehen: Friedrich IL, keine gedrungeneUrkraft von der Wucht und Masse Karls des Großen, kein riesenstarkerWillensrecke, wie Otto der Große, Heinrich III. oder Barbarossa, doch bis indie Nerven hinein Geist, hell und wach bis zum erleuchteten Verständnis derMächte, worin die andern trieben oder schwangen, frei und fein bis zum ver-wegenen Spiel mit jedem Geheimnis, wovor sie scheuten, voll Witterung,Wissen und allseitiger Neugier, und dabei erdnah und blutsfrisch genug, umdie Vielfalt der inneren Spannungen ohne Riß zu ertragen und dem furcht-baren Druck von außen ohne Bruch zu widerstehen.

Zu dem gefährlich reichen Erbe Barbarossas und Heinrichs, das heißt denvollerwachten ideentrunkenen Mächten des Zeitalters, Papsttum, Städtetum,Fürstentum, Orient, zu dem ganzen Bildungs- und Glaubensschatz dieserMächte, dem weltlicher blühenden Ritterwesen, der vertieften Frömmigkeitund neuen franziskanischen Seelenglut, dem gelockerten Wissen und Können,der expansiven Wundersucht und Fernenkunde, brachte Friedrich ringsumund in jede Einzelheit hinein erst den persönlichen Geist, das einmalige In-genium des allseitig regsamen und begabten Ichwas Jacob Burckhardt alsdas neue Merkmal der Renaissance kennzeichnet, die Individualität. ..um ihretwillen beginnt er das neue Zeitalter mit Friedrich . . . und um ihret-willen stellt Nietzsche ihn zu den unausdenkbaren Rätselmenschen Cäsar,Alkibiades und Leonardo da Vinci. (Friedrich Gundolf, Cäsar, Geschichteseines Ruhms, 1924.)

KONRADIN

Der widerratenden Mutter zum Schmerz machte sich Konradin 1267 auf denWeg. Die Ghibellinen empfingen ihn in Verona mit Freuden, aber sie unter-stützten ihn wenig. Der größte Teil der Deutschen verließ ihn wieder. Mit nur3000 Mann machte er sich auf den Weg nach Sizilien. Wie hätte er aber nochzurückgehen sollen, da Heinrich von Castilien in Rom die hohenstaufischeFahne wehen ließ, die Sarazenen in Neapel sich empörten, ganz Sizilien gegenKarl von Anjou in Gärung kam? Am 25. Juni 1268 erfochten die Ghibellinenin Toskana, wo Pisa lebhaft für Konradin Partei genommen hatte, einenSieg für ihn bei Ponte a Valle am Arno. Konradin versprach den Sanesen Er-laß aller Abgaben, wofern er, wonach er trachte, Kaiser werde. Auf das freund-lichste ward er von dem Senator in Rom empfangen, und da überdies die fran-zösische Flotte von der pisanischen geschlagen war, trug er kein Bedenken,sich am 8. August 1268 nach Neapel auf den Weg zu machen.Papst Clemens begrüßte ihn als den Sproß der alten Schlange, aus derengiftigen Samen hervorgegangen. Sehr bemerkenswert ist die Exkommuni-kation, die er über ihn ausspricht, worin er alle Bedrohungen und Ermahnungenaufführt, die er gegen ihn vorgebracht. Allein Konradin habe sein Ohr ver-stopft wie eine taube Natter. Er erklärte ihn aller seiner angestammten

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