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4 (1926) Die Gestalt des Deutschen
Entstehung
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gende Kraft in ihm gezeichnet, die Natur des großen Unbewußten, was Tau-sende zwingt und beherrscht. Die kleinen Vorbereitungen macht die Klugheit,die kleinen Anzettelungen spinnt der Kopf, das gewaltige Herz gibt der Tatdie ungeheuren Geburten und weiß von sich nichts. So siegt, so herrscht,so fährt der Korse hin. Die Klugheit faßt nur ein mürbes Seil, der Instinktgreift in die ewige Kette, woran Jupiter, Himmel und Erde hängt. Bona-parte trägt dunkel den Geist der Zeit in sich und wirkt allmächtig durch ihn.(Ernst Moritz Arndt, Geist der Zeit I, 1806.)

Zu der vollkommenen Klarheit über die eigentliche Beschaffenheit der Nation,über die er sich der Oberherrschaft bemächtigte, trat ein durch seine Abstam-mung aus einem kräftigen Volke begründeter und durch seinen steten, aberzu verbergenden Widerstreit gegen die Umgebungen seiner Jugend gestählter,kräftiger und unerschütterlicher Wille. Mit diesen Bestandteilen der Men-schengröße, der ruhigen Klarheit, dem festen Willen ausgerüstet, wäre er derWohltäter und Befreier der Menschheit geworden, wenn auch nur eine leiseAhnung der sittlichen Bestimmung des Menschengeschlechtes in seinen Geistgefallen wäre. Eine solche fiel niemals in ihn, und so wurde er denn ein Bei-spiel für alle Zeiten, was jene beiden Bestandteile rein für sich und ohne irgend-eine Anschauung des Geistigen geben können. Es bildete sich ihm hierausfolgendes Erkenntnisgebäude: daß die gesamte Menschheit eine blinde, ent-weder gänzlich stagnierende oder unregelmäßig und verwirrt durcheinanderund miteinander streitend sich regende Masse von Kraft sei; daß weder jeneStagnation sein solle, sondern Bewegung, noch diese unordentliche, sonderneine nach Einem Ziele sich richtende Bewegung: daß selten und durch Jahr-tausende getrennt Geister geboren würden, die bestimmt seien, dieser Massedie Richtung zu geben, dergleichen Einer Karl der Große gewesen sei und erder Nächste nach ihm, daß die Eingebungen dieser Geister das Einzige undwahrhaft Göttliche und Heilige und die ersten Prinzipien der Weltbewegungseien, und daß für sie schlechthin alle andere Zwecke der Sicherheit oder desGenusses aufgeopfert, für sie alle Kräfte in Bewegung gesetzt und jedwedesLeben in Beschlag genommen werden müsse, und daß es Auflehnung seigegen das höchste Weltgesetz, solchen Anregungen sich entgegenzusetzen.In ihm sei erschienen dieses Weltgesetz in der neuen Ordnung der Dinge,die er in dem Kulturstaate unter seiner Oberherrschaft ausführen wolle:das nächste Glied dieser Ordnung sei dermalen die Freiheit der Meere, wie ersagt, die Oberherrschaft der Meere in seinen Händen, wie er es eigentlichmeint, und für diesen allernächsten durch das Weltgesetz gesetzten Zweckmüsse alles Glück von Europa aufgeopfert werden, alles Blut fließen; denndafür allein sei es da. Diesen großen Weltplan, der freilich über das Zieleines Menschenlebens sich hinauserstreckt, soll nun nach ihm seine Dynastiefort- und ausführen, so lange, bis etwa nach einem Jahrtausend ein andererinspirierter Held wie er auftreten und mit neuer Offenbarung in seine undKarls Schöpfung eingreifen wird.

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