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4 (1926) Die Gestalt des Deutschen
Entstehung
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Gänge und Zwischengänge in sich, es gibt in ihr Höhlen, Verstecke, Burg-verließe; ihre Unordnung hat viel vom Reiz des Geheimnisvollen; der Deutscheversteht sich auf die Schleichwege zum Chaos. Und wie jeglich Ding seinGleichnis liebt, so liebt der Deutsche die Wolken und alles, was unklar, wer-dend, dämmernd, feucht und verhängt ist: das Ungewisse, Unausgestaltete,Sich-Verschiebende, Wachsende jeder Art fühlt er alstief". Der Deutscheselbst ist nicht, er wird, erentwickelt sich". (Nietzsche, Jenseits von Gutund Böse, 1885/1886.)

DER BERUF DER DEUTSCHEN

Fragt nie nach dem unmittelbaren Erfolge, noch nach dem Umfange desGuten, das Ihr gewirkt habt, noch nach der Anzahl der Euch ergebnen Ge-müter! Es bedarf nicht vieler, um das Größte zustande zu bringen. Bedenkt,daß ein einziges Wort, in einer glückseligen Stunde gesprochen, Nationen vomTode erwecken, das verloschne heilige Feuer in ganzen Geschlechtern wiederanzünden kann! Es ist unmöglich, daß ein Volk, wie das unsre, so sehr esauch gepeinigt und gekränkt, verlassen und verraten werden mochte, so sehres auch durch höllische Blendwerke oder durch Niederlagen und Unglückverwirrt, eine Zeitlang sich selbst vergessen haben konnte, nicht endlich vomschmählichsten Verfall, von der grausamsten Erniedrigung zurück komme;unmöglich, daß so viel Geistesgewalt, so viel vereinzelte, aber gediegeneKraft, solcher Reichtum natürlicher Talente und tiefdringender, vielseitigerBildung, als wir in unserem Schöße vereinen, sich nicht, früh oder spät, inirgend einem Brennpunkte sammle, von dort aus das Ganze belebe und alleeitlen Schranken durchbreche; unmöglich, daß aus diesem ehrwürdigen Stammeso mannigfaltiger Vortrefflichkeit und Hoheit, aus diesem Mutterlande Euro-päischer Herrschaft, aus so vielen durch ehemaligen Ruhm, durch große,bedeutungsvolle Namen zur Fortpflanzung eines heiligen Erbteils verpflich-teten und geweihten Familien, aus so vielen, von uraltem Glänze, auch jetzt,auch in dieser Abenddämmerung aller Größe, noch umstrahlten Führer-geschlechtern, nicht endlich Ein vollständiger Held, Ein Retter und Rächerhervorgehe, der die Tränen von allen Angesichtern abwische, der uns einsetzein unser ewiges Recht und Deutschland und Europa wieder aufbaue. DiesemSchutzgeiste, er erscheine, wann er wolle, entschloßne und brauchbare Werk-zeuge, den unbefugten Regierern widerstrebende Untertanen, jeder wieder-kehrenden, rechtmäßigen Herrschaft ein gehorsames und williges Volk-------

und der Nachwelt, damit nicht ähnliches Verderben, als das, welches unsüberzog, noch einmal über die Menschheit hereinbreche, eine Pflanzschulevon kraftvollen Gemütern und rüstigen Vorfechtern zu erziehen: das istEuer großer Beruf. (Friedrich von Gentz, Fragmente aus der neusten Ge-schichte des politischen Gleichgewichts in Europa, 1806.)

UNTEILBARKEIT DES VOLKES

Es ist die Art eines jeglichen Axioms, daß es durch sich selber sich erweist.Hier liegt der Erweis im Instinkte aller Völker und aller Menschen, der jedenzu seinem Stamme treibt, daß er den Stammesverwandten durch innere Sym-

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