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4 (1926) Die Gestalt des Deutschen
Entstehung
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des Rheines den ersten Schritt zum neuen Europa, zur Internationalisierungaller Flüsse und Straßen Europas und hören das Lachen der Nachbarn nichtüber deutsche Narren, die in Deutschlands Schmach das erste Opfer auf demWege zur Vollendung der Menschheit sehen: Deutschland bliebe das einzigeSchaf, das auf dem Herde der Menschheit geopfert würde, und die übrigenVölker setzten sich hinzum lecker bereiteten Mahle".Der Wilde," schriebFreiherr vom Stein an Pertz,der sein Weib und Kind mit ruhiger Freudeliebt und für seinen Stamm wie für sein Leben mit beschränkter Wirksamkeitglüht, ist ein wahreres Wesen, als jener gebildete Schatten, der für den Namendes ganzen Geschlechtes, das ist für einen Namen, glüht. Das verschwammteHerz eines Kosmopoliten ist eine Hütte für niemand." Wir mußten dieseMenschart sorgsam von unseren Denkern und Weisen scheiden von unsernTätern sind sie geschieden!, daß ihre begriffliche Leere und blutleeres Grü-beln sich nicht irgendein Recht nähme, aus jenen Gedankenbauten und erd-umspannenden Sichten, die aus glühenden Herzen geboren wurden, derenGefahren notwendige Gefahren unseres Wesens waren, deren Glaubens-und Geisterkämpfe wohl unsere Gemeinschaft zerrissen und jahrhunderte-lang unsere Tatkraft und Tatlust nach außen lähmten, aber unseren Bodenvon Unrat rodeten und reinigten und das unverlorne und unverlierbare Sehnennach dem schöneren Gottbild, nach der deutschen Gestalt lebendig bewahrten.Das ist der Sinn unseres grausamen Schicksals, daß wir uns selbst nicht ge-nügten, nicht genügen durften, bis der reinste Boden für das Wunschbildunseres Geistes sich endlich fände. (Friedrich Wolters und Walter Elze,Stimmen des Rheines, 1923.)

DAS DEUTSCHE RÄTSEL

Als ein Volk der ungeheuerlichsten Mischung und Zusammenrührung vonRassen, vielleicht sogar mit einem Übergewicht des vor-arischen Elementes,alsVolk der Mitte" in jedem Verstände, sind die Deutschen unfaßbarer, um-fänglicher, widerspruchsvoller, unbekannter, unberechenbarer, überraschen-der, selbst erschrecklicher, als es andere Völker sich selber sind: sieentschlüpfen der Definition und sind damit schon die Verzweiflung der Fran-zosen. Es kennzeichnet die Deutschen, daß bei ihnen die Fragewas ist

deutsch?" niemals ausstirbt.-------Was Goethe eigentlich über die Deutschen

gedacht hat? Aber er hat über viele Dinge um sich herum nie deutlich ge-redet und verstand sich zeitlebens auf das feine Schweigen: wahrscheinlichhatte er gute Gründe dazu. Gewiß ist, daß es nichtdie Freiheitskriege" waren,die ihn freudiger aufblicken ließen, so wenig als die Französische Revolution, das Ereignis, um dessentwillen er seinen Faust, ja das ganze ProblemMensch" umgedacht hat, war das Erscheinen Napoleons. Es gibt WorteGoethes, in denen er, wie vom Auslande her, mit einer ungeduldigen Härteüber das abspricht, was die Deutschen sich zu ihrem Stolze rechnen: das be-rühmte deutsche Gemüt definiert er einmal alsNachsicht mit fremden undeignen Schwächen". Hat er damit unrecht? es kennzeichnet die Deut-schen, daß man über sie selten völlig unrecht hat. Die deutsche Seele hat