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4 (1926) Die Gestalt des Deutschen
Entstehung
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Verwirrten, nicht der Nutzung des gerade sich Bietenden widmeten, sondernein Ganzes, Umfassendes, Unbedingtes betrieben: die völlige Abgeschieden-heit der Seele, die Freiheit des Christenmenschen, den Bau des Weltalls, dieprästabilierte Harmonie, die Kritik der Vernunft, die absolute Musik, die Weltals Wille und Vorstellung, das Gesamtkunstwerk, die vollkommene Wirtschafts-ordnung und endlich die blonde Bestie, den Übermenschen. Wir ehren dieseHelden des Geistes, in deren leidenschaftlichem Willen sich die deutscheSehnsucht nach dem vollkommenen Menschenbilde offenbarte, wir ehren siemit unseren großen Tätern als die Sucher nach schwerstem Ziel,die in allenihren Bewegungen, ihrem ganzen Gesichtsausdruck, ihrer fragenden Stimme,ihrem flammenden Auge nur Eins verrieten, daß sie Suchende waren, und daßsie eben das inbrünstig und mit ernster Beharrlichkeit suchten, was derBildungsphilister zu besitzen wähnt: die echte ursprüngliche deutsche Kultur.Gibt es einen Boden, schienen sie zu fragen, der so rein, so unberührt, von sojungfräulicher Heiligkeit ist, daß auf ihm und auf keinem anderen der deutscheGeist sein Haus baue? So fragend zogen sie durch die Wildnis und das Ge-strüpp elender Zeiten und enger Zustände", litten Not und Qual, entfesseltenKampf und Sturm in den Seelen und Völkern und verhinderten, daß die Säfteverstockten.

Wir ehren sie hoch, weil sie Unmögliches verlangend doch die Wege offenund das Bild der Sehnsucht im Deutschen wach erhielten aber ebensosehrverachten wir ihre Fratzenbilder und Falschdeuter, die ausgetretene Wegenoch breiter treten, mit verschlissenen Fetzen ihre Leere bedecken und, wennsie ihr Volk und Land verraten, sich gleich jenen Richtern, Lösern und War-nern dünken. Sie glauben ein Geistiges zu verteidigen und füttern nur ihreNarrheit groß, ein Ideelles zu retten die Ideologen! und verderben auchnoch den letzten schwachen Glauben an die Denkbilder unserer großen Ahnen.Sie wollen den deutschen Schoß zum Weltenkessel der Menschheit weitenund mit einem Sprung ans Ziel der Geburt. Denn sie lieben nicht wie jeneden Kampf, weder in der eigenen Brust noch draußen im Feld, sondern mitVernichtung der heldischen Mächte des Wettstreits, die den Geist ernähren,mit Umgehung des Schicksals, das Opfer fordert, mit Verschleierung derGegenkräfte, die das Leben zu seiner Erhaltung so nötig braucht wie Frieden,Ruhe und Versöhnung, ersehnen sie die ungefährdete, die risikolose Welt,wo jeder Schwache, der sanft und listig einhergeht, besser zu seinem Rechtekommt als der Starke, der Raum für die Auswirkung seiner Kräfte braucht,wo jeder Zage, der sich einfügt, besser zu seinem Rechte kommt, als derheldische Mensch, der um großer Ziele willen sich und die Seinen in Kampfund Opfer führt, wo jeder Kranke und Schiefe, auf Verständnis und Schonungpochend, besser gedeiht als der Gesunde und Gerade, dem die Bewegung seinerGlieder verwehrt ist, und der für das seichte Glück der Vielen Stolz und Froh-mut seines blühenden Leibes verzehren soll. Was macht aber jeden Edlen,was macht den Rhein zum fruchtbaren und zum schönsten Strom? Daß erBerge durchstößt, Ebenen bezwingt, daß er stolz und herrscherlich ist, trotzigund stark I Jene aber wollen den Strom unseres Volkes im Sande der Mensch-heit versickern lassen, sie sehen schon heute in der Internationalisierung