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4 (1926) Die Gestalt des Deutschen
Entstehung
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betrachtet außerhalb des Urvolks und für dasselbe Fremde und Ausländer.In der Nation, die bis auf diesen Tag sich das Volk schlechtweg oder Deutschenennt, ist in der neuen Zeit, wenigstens bis jetzt, Ursprüngliches an den Taghervorgebrochen, und Schöpferkraft des Neuen hat sich gezeigt; jetzt wirdendlich dieser Nation durch eine in sich selbst klargewordene Philosophie derSpiegel vorgehalten, in welchem sie mit klarem Begriffe erkenne, was siebisher ohne deutliches Bewußtsein durch die Natur ward, und wozu sie vonderselben bestimmt ist; und es wird ihr der Antrag gemacht, nach diesem klarenBegriffe und mit besonnener und freier Kunst vollendet und ganz sich selbstzu dem zu machen, was sie sein soll, den Bund zu erneuern und ihren Kreiszu schließen. Der Grundsatz, nach dem sie diesen zu schließen hat, ist ihrvorgelegt; was an Geistigkeit und Freiheit dieser Geistigkeit glaubt und dieewige Fortbildung dieser Geistigkeit durch Freiheit will, das, wo es auch ge-boren sei und in welcher Sprache es rede, ist unsers Geschlechts, es gehört unsan, und es wird sich zu uns tun. Was an Stillstand, Rückgang und Zirkel-tanz glaubt oder gar eine tote Natur an das Ruder der Weltregierung setzt,dieses, wo auch es geboren sei, und welche Sprache es rede, ist undeutschund fremd für uns, und es ist zu wünschen, daß es je eher je lieber sich gänz-lich von uns abtrenne. (Fichte, Reden an die deutsche Nation, 1807/1808.)

WELTHALTIGKEIT UND WELTVERFLÜCHTIGUNG

Solange noch Einer Stimme findet und ruft, ist die Flamme Gottes im Herddes Volkes nicht ganz erloschen. Freilich, wo Nietzsche schon die Vollendungder Auflösung sah, sehen wir heute kaum den Anfang des Endes, und woriner die Hoffnung sah, in sich selbst und dem Übermenschen, sehen wir dieletzte Selbstaufhebung der Welt, die er in ihrem Wesen befocht, aber in ihrengeistigen Mitteln noch vertrat. Aber sein Opfer lehrte uns unser Schicksaldeutlicher ahnen: uns machte der Gott, wie Schlegel es sagte, unendlich inder Zerrüttung, wir Deutschen mußten uns von allen am tiefsten zerrütten,weil der Aufbau der Welt aus unserem Blute geschehen soll, wir mußten dasErbe gänzlich vergeuden und dennoch die Kraft behalten, zum Geiste zu-rückzukehren. Wenn darum die westlichen Völker in ihren Umwälzungensich an der Neuordnung ihrer staatlichen und gesellschaftlichen Einrichtungenbegnügen, die östlichen Barbarenvölker sich in seelischen und wirtschaft-lichen Zuckungen erschöpfen durften, gingen unsere Versuche, die erstarrtenKräfte zu lösen, die freiwerdenden neu zu binden, auf die tiefer dringenden,auf die religiösen und geistigen Umwälzungen, und unser vielfältiger, immerwieder zerrissener, immer wieder zerspaltener Gemeinschaftskörper wider-strebte so lange der Einheit und muß widerstreben, weil nur die umfassendsteBindung das letzte Sehnen unseres Geistes befrieden, seine tausendfach ver-wickelten und verborgenen, vergrabenen und schlafenden Kräfte verleib-lichen kann. Wo jene Völker darum in den neuen Jahrhunderten Lenker undDenker des Staates, Ordner und Führer der Wirtschaft erzeugten, erhoben sichin unserer Mitte die Neuerer des Geistes, welche das Äußerste forderten, diesich nicht der Regelung des gerade Notwendigen, nicht der Ordnung des gerade