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Handbuch der Philosophie :
(der Logik, Metaphysik, Moral- und Rechtsphilosophie)
Entstehung
Seite
90
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so

Vögel... können sich willkührlich bewegen. Nun aber gehören auchdie übrigen lebenden sinnlichen Erdenwescn zu den Tbicrcn. Alsoist es wahrscheinlich, daß sich auch diese willkührlich bewegen kön-nen. Folglich ist es wahrscheinlich, daß sich alle Thiere willkühr-lich bewegen können.

DerObersatz kann auch hypothetisch seyn. Z. B. Mei-stens, wenn ^ ist, so ist auch L. Nun aber ist Also ist cswahrscheinlich, daß 8 ist. Induktion ssch lüsse heißen die ge-nannten Schlüffe deswegen, weil sic zur Einführung allgemei-ner Kenntnisse ans besondcrn dienen. Die Wahrscheinlichkeit istum so größer, je größer die Zahl der Falle ist, von welchen derJnduktionsschlnß ausgcht. Kann man auch nur einen einzigen Fallentgegensetzen, welcher Fall Instanz genannt zu werden pflegt,so verschwindet die Wahrscheinlichkeit.

* Von den Schlüssen der unvollständigen Induktion sind wohl zu unter-scheiden die Schlüsse der vollständigen Induktion, die nichtWahrscheinlichkeit, sondern hinreichende Gewißheitgeben.

§. 175.

2. Wenn der Untevsatz mangelhaft ist, so kann eben-falls nur mit Wahrscheinlichkeit geschlossen werden. Z. B. Was dieMerkmale a, b, c, d. . . hat, das ist 8.

Nun aber hat 8viele von diesen Merkmalen (es hat nämlich a, b, c,).Also ist es wahrscheinlich, daß es auch die übrigen Merkmalehabe, folglich auch ? sey.

Dieser Schluß heißt ein Schluß der Analogie. Z. B. DerGeizige zeigt seinen Geiz in diesen und jenen Handlungen. Titiusaber thut viele von diesen Handlungen. Also wird er auch wohldie übrigen Handlungen thun, folglich sich als einen Geizigenbeweisen.

* Die Schlüffe der unvollständigen Induktion und der Analogie sind we-gen des Mangels in den Prämissen, nicht aber wegen un-vollkommener Schließgesehe, bloße Wahrscheinlicbkeitsschlüffe;sie gehören also in die abstrakte Logik, wiewohl sie in der konkretenLogik abgchandelt zu werden pflegen.

Zweite U n t e r a b t h e i l u n g:

Die Methodenlehre der Logik.

§. 176.

Einleitung.

Methode ist die mit Bcwußtseyn und Absicht verbundene Re-gelmäßigkeit des Verfahrens. Manier ist die ohne Bcwußtseyn,nur aus Gefühlen, Gewohnheiten . . . hervorgehende Regelmäßig-keit des Verfahrens.

Logische Methoden sind jene Methoden, nach welchen Syste-me und Wissenschaften gebildet werden.

Geht man hierbei von den Gründen, Principien, zu dem Ge-