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2) Setzt man im Untersatz c eins von den Gliedern derDisjunktion; so hebt man im Schlußsätze das andere, oder dieandern alle auf. Oder bebt man das eine Glied oder mehrereGlieder der Disjunktion auf; so setzt man im Schlußsätze das nochübrige Glied.
Z) Also müssen auch hier drei Sätze scyn: 1. die allge-meine Regel, der disjunktive Satz. Dann wird im Untersatze einGlied von der Disjunktion gesetzt oder aufgehoben; und im Schluß-sätze, also im dritten wird dann die Folgerung selbst ausgedrnckt.Uebrigens folgt dieses, so wie auch, daß nur drei Hauptbe-griffe darin Vorkommen, schon daraus, weil dieser Schluß ineinen hypothetischen verwandelt werden kann, und beim hypotheti-sche» die Zahl der Sätze und Begriffe schon »achgewicscn ist.
Mit hypothetisch > disjunktiven Obersätzen.
Dilemm und Polylemm.
§. 154.
Ein Dilemm ist jener Schluß, dessen Obersatz hypothetischund disjunktiv ist, und dessen Untersatz die ganze Disjunktionaufhebt, dessen iLchlnßsatz daher auch die Hypothese aufhebt. Z. B.Wenn Gott uns täuschen könnte; so müßte er entweder die Wahr-heit nicht wissen, oder sie uns nicht sagen wollen. Beides aberist widersprechend (der Allwissenheit, Allgüte und Heiligkeit). Alsoist der Satz widersprechend: „Gott kann uns täuschen". Dilemm,gehörnter Schluß (Syllogismus cornutus) wird dieser Schluß des-halb genannt, weil man im Obersatze der Behauptung des Gegnersdie Theile der Disjunktion entgegen hält, und ihn im Untersatzevon einer Seite zur andern wirft, um ihn im Schlußsätze gänzlichzurück zu treiben. Hat der Obersatz mehr, als zwei Trennungs-glieder; so kann der Schluß doch Dilemm im weitern Sinne, erkann aber auch Polylemm (Syllogismus multicoruis, oder nachder Zahl der Glieder Trilcmm . . . genannt werden. Z. B. Wenndiese Welt in Beziehung auf das letzte Ziel derselben nicht die bestewäre; so hätte Gott entweder die beste Welt nicht gekannt, odernicht Hervorbringen können, oder nicht Hervorbringen wollen. Nunaber kann keiner von diesen Fällen statt finden. Also . . .
§. 155.
Prüfung eines Dilemm.
1) Man sehe zu, ob zwischen dem Vorder- und HintergliedeConsequenz statt finde.
2) Ob die Disjunktion im Hintergliede richtig sey.
3) Ob im Untersatze mit Rechte die sämmtlichcn Tren-nungsgliedcr aufgehoben werden. Fehlerhafte Dilemnen:„8i mors esset timencla^ vel ickeo timemla, guock animus cumcorpore pereat, vel guocl post mortem aeternum bestus sitiuturus. (Oicero). Hier ist die intelix aeternitas ausgcbliebett. —