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ist ein sprechendes Beispiel dafür, dass die Mit- und Nachwelt die Kinder nicht entgelten liess,was der Vater gesündigt hatte; aber seine angesehene Stellung ist auch ein Beleg dafür, dassdamals die schreckliche Tat nicht so hart verurteilt wurde, wie man etwa glauben machen will.
10. Jakob III. von Wart und seine Nachkommen.
Nach dem Königsmorde lebte Jakob von Wart, seiner Güter durch Ostreich beraubt,in sehr bedrängten Verhältnissen, und es galt für ihn, um nicht ganz der Verarmung unddem Elende anheimzufallen, dem habsburgischen Rachen so viel als immer möglich von seinemEigentum zu entreissen. Die Kirche zu Möhlin mit vielen Gütern, ein Reichslehen, warFamilienbesitz der Freiherrn von Wart. Als Kaiser Heinrich VII. im Frühjahr 1309 in Zürichweilte, begab sich Jakob von Wart zu ihm und bat ihn, ihm allein anstatt wie frühergemeinsam mit seinem Bruder Rudolf die kirchlichen Rechte und Einkünfte in Möhlin zuverleihen. Heinrich lieh dem Gesuche ein williges Ohr; allein, um die Herzoge von Ostreichnicht ganz vor den Kopf zu stossen, gab er die Zustimmung nicht schriftlich, sondern nurmündlich vor den Zeugen Konrad d. ä. von Tengen, Leuthold von Regensberg und Heinrichund Johann von Freienstein. Eine bezügliche Urkunde stellte Jakob erst am 16. Februar1314 in Zürich aus. 1 )
Von einflussreichen Freunden und Verwandten unterstützt, suchte Jakob eineAnnäherung an Ostreich, dabei stets die Wiedererlangung seiner Güter oder wenigstens dieNutznicssung derselben nicht aus dem Auge lassend. Erreichte er nach und nach sein Ziel,wenigstens teilweise, so hatte er dies wohl insbesondere seinem Stiefsohne, dem FreiherrnRudolf von Hewen, zu verdanken; denn dieser war ein treuer, eifriger Anhänger Habsburgsgeworden, was aus Folgendem hervorgeht: Als Kaiser Heinrich VII. im Jahre 1310 abermalsnach Zürich kam, erschienen die verwitwete Königin Elisabeth und Herzog Leopold mitgrossem Gefolge, unter welchem sich auch der Freie Rudolf von Aarburg befand. Bei diesemAufenthalte vermählte sich der letzte mit Benedicta von Hewen, der Tochter des vorge-nannten Rudolf von Hewen, wobei Elisabeth und Leopold die Braut mit einer Aussteuer von200 Mark Silber versahen und diese Summe durch viele Grafen und Ritter verbürgten (1. Mai1310 2 ). Es ist zu vermuten, dass schon bei diesem Anlasse auf eine Versöhnung zwischenHabsburg und Jakob von Wart hingearbeitet wurde; ausserdem hatte Ostreich damals keineVeranlassung, den durch die Blutrache scheu gewordenen Adel unserer Gegend ganz vorden Kopf zu stossen. Auch in der Folgezeit leistete Rudolf von Hewen den östreichischenHerzogen gute Dienste: denn Herzog Friedrich gelobte im Jahre 1313, ihm für seineHülfe, die er getan und noch zu leisten habe und für den Schaden, den er in Böhmen er-litten, 200 Mark Silber zu zahlen und stellte ihm dafür die nötigen Bürgen.») DerselbeStiefsohn Jakobs von Wart hatte einen Zürcher Bürger gefangen genommen und versprachnun, der Stadt als Ersatz auf fünf Jahre bewaffnete Hülfe gegen jeden Feind, nur nicht gegendie Herzoge Friedrich und Leopold von Ostreich, zu leisten (1316;*) auch in späterer Zeitstanden die Herrn von Hewen treu zur Seite Ostreichs.«) Sicher gelang es den Bemühungender Hewen'schen Familie, von Ostreich so viel Gnade zu erlangen, dass Jakob von Wartnicht in einer elenden Strohhütte in Neftenbach verderben musste.
') Mittoilg. v. Hrn. Staatsarch. Dr. P. Schweizer u. Mono, 29, 172. a ) Anzeiger 1875, S. 127. *) Lich-nowsky, Bd. 3, Reg. Nr. 229. *) Kopp, IV, 2, 275. r ') LichnowsUy, Bd. 3, Reg. Nr. 1657.