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die sie von ihrem Bruder Jakob in Neunforn crbweisc erhingt hatte: sieben Höfe und Lehenim Dorfe, in Wilen und an der Fähre, einen Weinberg und Ackerland, ferner Hörige undLeibeigene auf der andern Seite der Thur in Altikon und Thalheim. Die Ausfertigung geschahabermals in Töss am 26. April 1267. Der Gatte Ritter Diethelm und der Sohn Bartholomäusgaben neuerdings ihre Einwilligung; Vormund der Mechtilde war der Freiherr Rudolf vonWinterberg. 1 ) Neben geistlichen und weltlichen Herrn von Wintcrthur war auch Gertrud,die Gemahlin des Grafen Rudolf von Habsburg, anwesend. Eine Urkunde des folgenden Jahresmeldet, dass Mechtild von Wart gestorben sei.
6. Rudolf II. und Jakob II. von Wart.
(1244-126:5.)
Der Landrichter Rudolf von Wart hatte einen Sohn mit Namen Rudolf IL, dessen ur-kundlich zum ersten Male im Jahre 1244 beim Güterverkauf der Regensberger an das KlosterKreuzungen Erwähnung getan wird. 2 ) Er wandelte in den Fussstapfen seines Vaters und unter-hielt mit den Grafen von Kiburg ein sehr gutes Einvernehmen. Häufig sehen wir ihn an der Seitedes altern Hartmann, ihn in den Bestrebungen unterstützend, für seine Gattin Margaretha zusorgen. Natürlich wird ein Lohn nicht ausgeblieben sein; denn in jener Zeit galt ebensosehr als später unter den Adeligen das Losungswort: Ohne Lehen keine Herrendienste! Esist nun wohl möglich, dass sich Rudolf von Wart dadurch die Feindschaft des Grafen Rudolfvon Habsburg, des spätem Königs, zugezogen hatte, eine Spaltung, die für die Freien vonWart verhängnisvoll wurde.
Eben zu dieser Zeit brach der alte Streit zwischen Kirche und Kaiser mit erneuterHeftigkeit aus. Am 17. Juli 1245 belegte der Papst Innoccnz IV. Friedrich IL mit demBanne, setzte ihn ab und exkommunizirte dessen Anhänger, und zwei Jahre später ergingan alle Prälaten der Befehl, gegen Friedrich zum Kreuzzuge zu predigen. Auch in unsererGegend ertönte das Feldgeschrei: Hie Weif, hie Waiblingen Zürich, eingedenk der Erhebungzur Reichsstadt durch Friedrich IL, hielt treu zum Kaiser und jagte die hetzende Geistlichkeitmit Ausnahme der antipäpstlichen Barfüsser zu den Toren hinaus. Die Kiburger Grafen abernahmen sich eifrig der Sache des Kirchenoberhauptes an, und Hartmann der ältere war dasHaupt der Weifenpartei hie zu Lande; so entstand eine Fehde, an welcher Rudolf von Wartund Wintcrthur lebhaften Anteil nahmen. Hartmann der ältere, die Grafen von Froburg,der Abt von Reichenau und ihr Anhang lieferten den Gegnern im März 1248 ein Gefecht, inwelchem der König Konrad IV. mit knapper Not entrann und die Päpstlichen einen glänzen-den Sieg errangen, wofür sie von Innocenz IV. beglückwünscht wurden. 3 )
Als treuer Anhänger Kiburgs machte Rudolf IL die weite Reise nach Urbach im Elsass undwar bei der Bestätigung, welche der Bischof von Strassburg für die Verschreibung des GrafenHartmann d. ä. zu gunsten seiner Gemahlin dokumentirte (1248. 1 ) Gleichen Jahres gehörteer zu den 87 Freiherrn und Rittern, welche dafür Bürgschaft leisteten, dass Hartmann d. j.seine gegen Margaretha eingegangenen Verpflichtungen genau erfülle. 5 ) Im folgenden Jahrewohnte Rudolf der Belohnung des Heinrich von Schönenwert mit Gütern in Altstetten durch
') Z. U. B. IV. CO.
-) Z. U. B. IT. 102. Kopp schmelzt das Wirken Rudolfs I. und Rudolfs 11. zusammen, was zur Folgehat, dass der letzte g-anz unrichtigerweise zum Königsmörder wird. (Buch III., S. 455 und namentlich An-merkg. l, S. 456.) Allerdings ist es in diesem Zeitraum schwierig, für die Tätigkeit der verschiedenen Rudolfeine genaue Grenzlinie zu ziehen. 3 ) Z. U. B. IL 204. ') Z. U. B. II. 228. ■'•) Z. U. B. II. 229.