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Die Freiherrn von Wart
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der Lebenden; auch ihre Güter, ihre Frauen und Kinder vernichtete er vollständig wie dieZweige abgehauener Bäume." Bestätigend darf noch hinzugefügt werden, dass das Habs-burger Urbar, das kurze Zeit vor dem Königsmorde aufgenommen wurde, in Pfungen keineöstreichischen Besitzungen aufweist, 1 ) dass dagegen Kaufbriefe um Schloss und HerrschaftPfungen aus späterer Zeit ausdrücklich hervorheben, es seien einige Güter Lehen des HausesOstreich. 2 ) Im Jahre 1364 erlaubte der östreichische Landvogt Joh. v. Froburg Heinrichdem Hirten in Winterthur, mehrere Güter Ostreichs in Neftenbach zu versetzen, von welcheneines „an dem Wartberg" lag, der im Habsburger Urbar ebenfalls nicht genannt wird. 8 ) DieseBesitzungen hat sehr wahrscheinlich Habsburg zur Zeit der Blutrache von den Wart an sichgezogen.

Der Zürcher Chronist Stumpf ist im ungewissen, welche Burg dem Jakob von Wartgehört hatte; ganz willkürlich und ohne Grund berichtet der Glarner Tschudi, der FreiherrJakob habe die Multburg bei Pfungen besessen, und spätere Zeitbuchschreiber meldeten esihm nach. Joh. von Winterthur gibt uns hierüber keine genaue Auskunft; aber er sagt, dieBurg des Jakob habe sich in einem herrlichen Umgelände befunden, das eher für den Wart-hügol bei Dättlikon als für den rauhen Multberg stimmt. Ausserdem war Jakob der ältereder beiden Brüder; ihm gehörte also der Stammsitz der Familie.' 1 ) Er ist es auch, der nachher dieBurgreste samt den dazu gehörigen Gütern verkauft. Es ist ferner zu berücksichtigen, dassin spätem Kaufbriefen des Burgstalls von Wart, von Saal u. s. w. Erwähnung getan wird.Diese waren also im Mauerwerk noch vorhanden, aber nicht mehr bewohnt. Der Warthügelgehört zum sogenannten Talgut, das im Besitze der Familie Ziegler z. Steinberg in Winterthur ist.Dr. J. H. Ziegler Hess im Anfang dieses Jahrhunderts die Ruinen zusammenreissen und ausden Steinen den zweiten Stock des jetzigen Wohnhauses im Talgut bauen.") Einer Ruine aufdem Multberg wird nirgends gedacht. Warum? Die Multburg war eben als Wohnsitz einesMörders nach dem Rechte jener Zeit dem Erdboden gleich gemacht oder wie Vitoduran be-richtet, von Grund aus zerstört worden, ein neuer Fingerzeig, dass die obgenannte Behauptungdes unzuverlässigen Tschudi ganz aus der Luft gegriffen ist.

Immer trüber wurden die Aussichten für die Verschworenen. Der Bischof Otto vonBasel, ihre Hauptstütze, schloss, nachdem er eine bedeutende Summe Geldes empfangen hatte,mit der Königin Elisabeth und ihren Söhnen, welchen es sehr daran gelegen war, den mäch-tigen, gefährlichen Gegner aus dem Wege zu räumen, einen Vergleich ab. Der Bischof starbden 26. September 1309 ,; ). Wenn auch in der nächstfolgenden Zeit die antihabsburgischePartei in Basel das Regiment beibehielt, so war doch keine Hoffnung mehr vorhanden, dassvon hier aus gegen Ostreich eine Fehde beginne. Für den in Alt-Falkenstein weilenden Rudolfvon Wart war dies ein neuer, schwerer Schlag.

Das Los der Übeltäter hing nun noch allein vom neuen deutschen König ab. Heinrich VII.wurde gewählt den 27. November 1308 und gekrönt den 6. Januar 1309, wobei er den Her-zogen von Ostreich versprach, die Königsmörder zur Strafe heranzuziehen; aber er zog dieErfüllung dieser Versicherung hinaus. Ostreich drängte nach einem Entscheide. Der Königund sein Hauptratgeber, Erzbischof Peter von Mainz, wogen ab, wo ein grösserer Gewinnherausschaue, wenn Heinrich gegen die Herzoge von Ostreich einen Krieg beginne oder sichdieselben auf seinen Zügen gegen Böhmen, Thüringen, Italien nutzbar mache. Der Regentwählte das letzte, und damit war das Schicksal der Verbrecher besiegelt. Am 17. September

') Quellen, XIV. Bd. -') Stadtarchiv Winterthur. 3 ) Stadtarchiv Winterthur. *) Zeller-Werdrnüller,Z. U. B. II. 341. B )Mitteilg. v. Frl. J. Ziegler z. Steinberg-. ') Math. v. Neuenbg.