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die Burg Wart, die Jakob gehörte, den Flammen preis. Die Feuersbrunst, berichtet derChronist Johannes von Winterthur, sah ich mit eigenen Augen. Das reizende Umgeländewurde verheert, so dass Jakob einige Zeit in einem Bauernhause leben musste, was ernach Vitoduran nicht verdient hatte, da er an der Untat seines Bruders unbeteiligt war. DenZeitpunkt der Zerstörung der beiden Burgen Multberg und Wart genau zu bestimmen, ist zurZeit unmöglich. Am 9. Januar 1309 weilte Herzog Leopold in Winterthur und bestätigteder Stadt für sich und namens seiner Brüder, den Gehorsam und die grossen Dienste derBürger sehr lobend, die Rechte und die Freiheiten, welche ihr vormals sein Grossvater Rudoltund sein Vater Albrecht erteilt hatten. 1 ) Es ist möglich, dass die Einäscherung der Burgendieser Vergünstigung vorausgegangen und so Winterthur für seine Mithülfe belohnt wordenist. Aber Leopold weilte auch später noch in unserer Gegend, urkundete in Winterthur am14. April 1309. 3 ) In Diessenhofen verpfändete er dem obgenannten Winterthurer BürgerHeinrich von Rheinau für ein Darlehen den Zoll der Stadt Winterthur (25. Mai 1309 3 ); esliegt somit im Bereich der Möglichkeit, dass die Burgen im Frühjahr dieses Jahres zerstörtwurden. Jedenfalls ist aber der Chronist Stumpf im Unrecht, wenn er die Einnahme in dieZeit nach dem Tode Rudolfs von Wart verlegt: „Auff das ward das schloss Wart durchhertzog Lupoiden vn frauw Agnesen im grund zerstört." 1 ) Ebenso unrichtig ist, dass sichLeopold erst nach der Achterklärung zur Bestrafung der Mörder aufmachte. Als KönigHeinrich VII. vom 15.—20. Mai 1309 in Zürich weilte, belagerte Leopold schon die Feste Alt-büren, die dem Rudolf von Balm gehörte."')
In der Berichterstattung über diese Blutrache bei Winterthur haben sich die spätemSchweizer Chronisten manche Irrtümer und Übertreibungen zu schulden kommen lassen.Der Geschichtsschreiber Joh. v. Müller fügt seiner Erzählung bei: „Alle Diener Rudolfs wurdenumgebracht", wovon aber der Chronist Joh. v. Winterthur nichts meldet; ebenso weiss er nichtsdavon, dass sich die Königin Agnes beider Einnahme der Burgen beteiligt habe. Stumpf teiltmit, die Wart'schen Güter seien an das Kloster Töss gekommen, macht aber dazu die Ein-schränkung, dass dies um so leichter geschehen sei, weil Rudolf von Wart schon 1299 Dorfund Gericht zu Dättlikon samt Reben und Gütern an der Wunipertshalden dem FrauenklosterTöss vergabt habe. Andere sind der Ansicht, die Königin Agnes habe die Güter der Wartdem genannten Stifte geschenkt. Dieser Meinung sind sogar Schweizeigeschichten und Lehr-bücher der neuesten Zeit. Wir haben aber gesehen, dass die Freiherrn von Wart aus finan-zieller Bedrängnis sich mancher Besitzungen an das nahe Gotteshaus entäussern mussten. Essind keine Belege und Urkunden dafür vorhanden, dass Agnes in Dättlikon, Pfungen undNeftenbach dem Kloster Töss irgend welche Güter vergabte. Hinwider ist sicher zu weitgegangen, wenn von Historikern der Neuzeit behauptet wird, die Herzöge von Ostreich hättenkeineswegs die Eigengüter der Königsmörder an sich gerissen, und die Blutrache habe sichnicht auf Unschuldige ausgedehnt, wenn sie sich nicht zur Wehr setzten.«) Dies steht imWiderspruch mit den Berichten der gleichzeitigen Chronisten. In Unterstützung dessen, wasJoh. von Winterthur berichtet, sagt Joh. v. Victring: „Des Königs Sohn Leopold ergriff jeneKönigsmörder, legte sie zu entsetzlichem Tode auf das Rad und vertilgte sie von der Erde
i) ürk. i. Stadta. Winterth. 2 ) Herrg. Gen. II. 592. : ') Urk. i. Stadta, Winterth. - 1 ) Stumpf 1547, S. 112.
->) Kopp, IV, 1, S. 56. Warte, Palm und Eschenbach, / die vest er alle dri brach / nider uz dem
gründe. —-------nü kom ouch zuo im (Leopold) her / gevarn von Osterrich / der herzog Fridrich. / des was
diu Kuniginne fr 6 / mit einander si dö / Snabelburc und Altburn besazen. (Ottokars öst. Reimchronik.)
«) Adler, Jahrbuch der herald. Gesellschaft Wien, X. Jahrgang-, S. 1 ff.