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führung der bösen Tat aufmerksam, worauf Johann dem König den Dolch in das Herz stiessund die andern Bösewichte ihn ebenfalls verwundeten. Blutüberströmt und hülferufend gelangteAlbrecht auf die Hochfläche des Berges, fiel hier in den Schooss des Bischofs von Speier undwurde im Kloster Wettingen beigesetzt. Diese Darstellung hat manches für sich: Das rechteUfer der Reuss, wo Albrecht die Fähre bestieg, ist viel niedriger als das linke, das wirklichin ziemlich steilem Abhänge zu einer Ebene hinansteigt. Dagegen war der Bischof von Speiergar nicht im Gefolge des Königs; ferner ist zu bezweifeln, ob die Fähre auf einmal so vieleRosse und Reiter fassen konnte, und endlich hätte es Albrecht und seinem treuen Gefolge dochsehr auffallen müssen, wenn gerade die Edlen, die kurz vorher schmollend die Tafel verlassenhatten, sich allzusehr an den wehrlosen König herangedrängt hätten. Mathias von Neuenburg,der dem Schauplatze der Missetat näher war als Johann von Victring und mit den Verhält-nissen Basels, wo Rudolf von Wart und seine Familie sich nach der Ermordung aufhielten,genau bekannt war, erzählt das Verbrechen auf andere Weise: Johann und die Seinigenfuhren mit dem einzig vorhandenen Schiffe zuerst allein über die Reuss; hierauf setzte derKönig hinüber und ritt durch die Saatfelder, mit Dietegen von Castel') im Gespräche sichvertiefend. Nun näherten sich ihm Johann und seine Verschworenen, wobei Rudolf von Wartrief: Wie lange wollen wir dieses Aas (Chaib) noch reiten lassen? Sein Dienstmann Rulassingenergriff die Zügel des Königs, Herzog Johann stiess ihm den Dolch in den Hals, Rudolf vonWart durchbohrte ihn mit dem Schwerte und Rudolf von Balm spaltete ihm das Haupt.Walther von Eschenbach legte keine Hand an den König; wahrscheinlich mussten er undKonrad von Tegerfelden den anwesenden Ritter von Castel beobachten. Dass Albrecht nichtin Königsfelden beerdigt werden konnte, wie Mathias berichtet, versteht sich von selbst, daja damals das Kloster noch nicht gegründet war. Auch die Königsfelder Chronik meldet, dieVerschworenen hätten auf den König gewartet, „als er die Steig uff kam von der Rüse",und ihn dann auf dem mittlem Felde zwischen Windisch und Brugg überfallen.
Sehr wahrscheinlich sind beide Arten der Berichterstattung im Recht: Die Tat konntenicht dem Zufall überlassen werden, und ihr Gelingen hing insbesondere von der Überfahrtab. Eine Abteilung der Frevler setzte zuerst hinüber und klärte die Gegend ab; Johann unddie andern warteten auf den König und drängten sich zu ihm ins Schiff. Die Reimchronik Ottokarsmeldet deshalb auch, Johann und die Seinen ritten voraus und entfernten alle, die dem Plane hättenhinderlich sein können. Ein königlicher Amtmann, der nicht weichen wollte, wurde deswegenvon Johann blutig geschlagen; auch nach ihr beteiligte sich Rudolf von Wart in hervor-ragender Weise an der Bluttat, indem er dem König nicht nur eine Wunde über Nase undOhr beibrachte, sondern ihm auch noch den Hals zur Hälfte durchhieb. 2 )
Nach den zeitgenössischen Quellen ist es also keine Frage, dass Rudolf von Wartsich in erster Linie am Morde beteiligt hatte, und er selbst hat den Todschlag ja auch vorseiner Hinrichtung eingestanden, ebenso wird er in der Achterklärung zuerst genannt,und doch haben spätere schweizerische Geschichtsschreiber, vom Hasse gegen Ostreichverleitet, keine Skrupel getragen, ihn als unschuldig darzustellen; so sagt Bullinger: „Dervon Wart zog das Schwert, hubs in die Höhe, schlug aber nit zu." In dieser schlagfertigenStellung möge ihn der Berichterstatter Castel gesehen haben. Selbst in den neuesten Lehr-und Schulbüchern treten diese Unschuldserklärungen noch auf: „Nur Wart soll, erschrocken
') G. Meyer v. Knonau: St. Galler Geschichtsquellen: Bd. 18, 315.
") Den andern slae im gap / der von der wart, / durch sin antlutz zart / slnoc er an den stunden /dem kunig eine wunden / über die nasen vorn / unz beidenthalben über diu örn. (Ottokars öst. Reimchronik.)