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Die Freiherrn von Wart
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bürg, Elsass u. s. w. mit Johann zu teilen und sich so zu schwächen, verweigerte starrenSinnes die Übergabe. Nun bat Johann, man möchte ihm Avenigstens einige der Burgenanweisen: aber auch hiezu war Albrecht nicht zu bewegen. Am folgenden Tage bat derBischof von Strassburg den Oheim, er möchte dem Herzog Johann nur eine Burg einräumen;aber auch hievon wollte der König nichts wissen und mutete dem Neffen zu, für denbeneideten Friedrich mit einer Schar von 100 Behelmten gegen sein Mutterland Böhmen zuziehen; nach seiner Rückkehr wolle er ihm dann Einiges übergeben. Als der Bischof diesenBescheid Johann mitteilte, antwortete dieser, er sei arm und die Ausrüstung ihm deshalb beschwer-lich ; „den Tod und die Entziehung des Seinigen halte er für gleich hart." 1 ) Während diesen Ver-handlungen befand sich Rudolf von Wart ebenfalls in Baden und stand dem bittenden Herzognebst andern als Ratgeber zur Seite. Auch andere Freie und Machthaber des Landes warennach dem Badeort geeilt, um dem Könige ihre Anliegen vorzubringen. So verlangte Walthervon Eschenbach von Albrecht zurück, was er ihm entzogen habe, darauf hinweisend, er seimit ihm verwandt, und sein Vater sei für Albrecht im Kampfe gefallen, und es könne einemmächtigen König wenig Gewinn bringen, einen armen Freiherrn auch zu unterdrücken undzu vernichten. Der Abt von St. Gallen bat den König ebenfalls dringend, ihm nach seinemfrühern Versprechen die Stadt Wil zurükzugeben; aber für alle Gesuche hatte Albrecht taubeOhren. Seine Hartnäckigkeit, seine Willkür und seine Habgier verdrängten alle Rücksichtenund Gebote der Klugheit und Gerechtigkeit.

Am 1. Mai 1308 sass König Albrecht mit seinem Gefolge am Mittagstische. Es herrschteeine gedrückte, beklommene Stimmung; jedermann fühlte, dass Unheil im Anzüge sei. Umdie Sorgen zu verscheuchen und die Freude zu wecken, setzte der König jedem seiner Ver-wandten einen Kranz von Blumen aufs Haupt. Johann, die Bcschenkung als Verhöhnungauffassend, legte den seinigen, Tränen vergiessend, auf den Tisch; er und seine Verschworenen:Rudolf von Wart, Walther von Eschenbach und Rudolf von Balm, verschmähten das Essenund verliessen den Saal. Wie jetzt noch über einen Unglücksfall ganz verschieden berichtetwird, so geschah es damals schon. Ottokars Reimchronik verlegte diese Tischscene auf dieHabsburg und der Ostreich ergebene Chronist Johann von Victring-') unrichtigerweise nachWinterthur, indem er den Vorgang auf folgende Weise erzählt: „Als der König sich an HerzogJohann wandte, in die Fröhlichkeit einzustimmen, antwortete dieser: Ich kann nicht erachten,dass mir meine Herrschaft durch kindische Kränzlein zurückgegeben werde, sondern, wie ichEuch schon häufig gemahnt habe, so bitte ich nochmals flehentlich um Rückerstattung desMeiningen, auf dass ich den Namen und die Macht eines Fürsten zu verdienen und auszuübenimstande bin. Der König antwortete: Das Deinige steht in guter Hut und hat unter meinerVormundschaft Zuwachs erhalten, wie du inkurzem, wenn ich es dir zurückstelle, ersehen wirst."Bald nach diesem Vorgang traf die Botschaft ein, die Königin Elisabeth, die von demPlane der Verschwörung irgend welche Kunde erhalten hatte, und deshalb herbeieilte, umAlbrecht zu warnen, nahe von Rheinfelden her. Die Verschworenen trafen schnell ihrenEntschluss, wobei Rudolf von Wart als der älteste wahrscheinlich die leitende Rolle übernahm.Johann von Victring erzählt im wesentlichen Folgendes über die Mordtat: Der König, beider Reuss angelangt, bestieg zuerst mit dem Herzog Johann und einigen Andern das Schiffund setzte ans andere Ufer; das übrige Gefolge musste auf die Rückkehr des Kahnes warten.Hierauf ritt der König mit Johann und seinen Helfershelfern langsam einen Berg hinauf.Da machten die Satanssöhne den Herzog leise auf die günstige Lage der Gegend zur Aus-

') Mathias von Neuenbürg'. '-') Schweiz. Ilist. S. 93.