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Johanns Groll gegen Albrecht war den hohen Kreisen wohl bekannt. Die Gegnerdes Königs gössen Öl in das Feuer des Hasses und benutzten die Feindschaft zwischen Neffeund Oheim, um den letzten aus dem Wege zu räumen. Hinwider war der Herrscher derMeinung, er könne den Missvergnügten am leichtesten unschädlich machen, wenn er ihn stetsin seiner Nähe behalte. An der Spitze der Feinde Albrechts stand Peter Aspelt oder Aich-spalter, der sich als Sohn geringer Eltern zum Bischof von Basel und zum Erzbischof vonMainz emporgeschwungen hatte. Dieser sowie der Erzbischof Balduin von Trier wurdennicht müde, dem unerfahrenen Johann Vorstellungen zu machen, wie ungerecht der Könighandle, dass er ihm nicht wie seinen Söhnen Anteil an den Herzogtümern und Herrschaftengebe. Auch andere Gegner Albrechts: die Herzoge Stephan und Otto von Niedcrbaiern,Heinrich von Kärnthen, Eberhard von Würtemberg, der Bischof von Basel u. s. w. mögendem Anschlage nicht ferne gestanden sein. Die Ermordung Albrechts war nicht ein Werkdes Augenblicks, sondern im Stillen von langer Hand vorbereitet worden. Man wartete nurauf eine günstige Gelegenheit; es wird sogar berichtet, ein Freitag sei dazu ausersehenworden. An Warnungen hat es nicht gefehlt; aber der König schlug sie in den Wind. WieRudolf von Wart in diese Verbindung gelangte, kann nicht gesagt werden. Möglich ist, dassfrühere Beziehungen mit Johann aufgefrischt wurden ; es sind aber keine sichern Belege dafürvorhanden, dass er des Herzogs Hofmeister geworden, wenn auch Stumpf berichtet, ersei „des Hansen von Ostreich diencr vn Radt gewesen."') Hatten nicht seit den ZeitenHeinrichs IV. die Päpste schon öfters die deutschen Fürsten und Untertanen gegen ihre Kaiseraufgewiegelt und dieselben für vogelfrei erklärt! Der unheilvolle Samen, den die Kirche aus-gestreut, blühte stets von neuem und zeitigte schreckliche Früchte, hoch und niedrig ver-wildernd, alle Bande der Pietät und des Gehorsams lockernd und zerreissend. So wurde auchdie Mordtat nicht allgemein verdammt: viele priesen sie und freuten sich, dass der harte,rücksichtslose, habsüchtige König ein schnelles Ende gefunden habe.
b) Das Verbrechen.König Albrecht, vom festen Willen beseelt, seinem Sohne Friedrich Böhmens Kronezu verschaffen, durchzog das Elsass und kam in unsere Lande, Veranstaltungen zu einemdritten Kriegszuge gegen Böhmen treffend. Manche Fürsten sahen dieses Streben nicht gerneund suchten seine Pläne zu durchkreuzen, Früher mit Verlust eines Auges einer Vergiftungentronnen, entging er in Basel nur durch ein Missverständnis der Ermordung durch dendortigen Bischof Otto. Schnell eilte er von dannen nach Baden im Kanton Aargau, seineRüstungen fortsetzend (25. April 1308). In Herzog Johann, der sich in seinem Gefolge befand,musste um so lebhafter der Wunsch erwachen, das Seinige zu besitzen, als er in seinErbteil zurückgekehrt war, und sich seiner Jugendzeit und seines frühern Aufenthaltes inLenzburg erinnerte; zudem hetzten und drängten die Grossen nach einem vernichtendenSchlage. Der königliche Hofkanzler und Ratgeber, der treue, Habsburg stets ergebene BischofJohann von Strassburg, die Grösse und die Nähe der Gefahr erkennend, suchte zwischendem Oheim und dem Neffen zu vermitteln. Johann behauptete, die festen Plätze der Herr-schaft Kiburg gehörten ihm, und er lege hohen Wert darauf, sie zu besitzen. Albrecht, viel-leicht fürchtend, wenn er sich auf dem Böhmerzug befinde, so könnten Johann und seinAnhang von diesen Burgen aus gegen ihn einen Schachzug unternehmen, und es zudemfür politisch unklug haltend, die Hauptquellc seiner Einkünfte, die Grafschaften Kiburg, Habs-
') Stumpf, Ausg. 1547, S. 112.