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Albrechts nur ein Brosamen, ja Albrecht ging in seinem Eigennutz so weit, dass er imEhevertrag seines Sohnes Rudolf die Einkünfte u. s. w. von Elsass und der GrafschaftenHabsburg und Kiburg als Pfand für das Heiratsgut verschrieb, ohne ein Abkommen in derErbschaftsangelegenheit des Herzogs Johann getroffen oder einen Vorbehalt für eine künftigeEntschädigung gemacht zu haben. 1 ) Es ist nun wohl möglich, dass Rudolf von Wart, indemer mit Johann geheim oder offen in Verbindung trat, Vorteile, Ämter und Ehrenstellen zugewinnen hoffte, aber es Hesse sich auch vermuten, dass er als rechter Ritter seinem Landes-herrn zum Rechte verhelfen und ihn vor Schande und Spott bewahren wollte.
Mehr als 20 Jahre waren verflossen, und Johann hatte die von seinem GrossvaterKönig Rudolf festgesetzte Entschädigungssumme noch nicht erhalten, da Albrecht der Regu-lirung dieser Angelegenheit immer aus dem Wege ging, den Neffen mit Vertröstungen be-gütigend. Drei der ursprünglichen Schiedsrichter waren gestorben und mussten (1299) durchneue ersetzt werden, unter welche]» sich Eberhard von Würtemberg, damals ein Anhänger,später ein Feind Albrechts, befand, ein Grund mehr, die Sache unerledigt zu lassen undzuzuwarten, bis günstigere Schiedsleute vorhanden waren. Im Jahre 1308 hatte Albrechtseine Schuld noch nicht abgetragen; die Grösse derselben lässt sich nicht genau bestimmen;aber nehmen wir einmal 50,000 Mark Silber, eine sehr bescheidene Summe,-) an, so machtdies in 25 Jahren ä 5% Zinseszins, dem damaligen landesläufigen Zinsfussc, und die Markä 250 Fr. gerechnet, rund 42 Millionen Franken nach heutigem Geldwerte. Der Hass Johannsgegen seinen Vormund musste um so grösser werden, als der Neffe sah, wie Albrechts Söhneihre Herrschaften durch neue Ankäufe im Betrage von vielen tausend Mark Silber vergrössertenund abrundeten ; :1 ) er aber nur einen leeren Titel trug. Johann konnte dem Rudolf von Wart fürseine Beihülfe am Verbrechen keine grossen Summen anweisen, sondern nur Versprechungenmachen, und das waren Wechsel auf lange Sicht und von sehr zweifelhaftem Werte. Undwirklich war Rudolf von Wart nach der bösen Tat fast aller Mittel entblösst, so dass er denRest seiner Güter verkaufen musste. Um Geld hatte er sich nicht zum Mörder dingen lassen.
Johann von Ostreich, ein Enkel des grossen Ottokar, machte Ansprüche auf dieerledigte böhmische Krone; aber Albrecht übergab sie seinem Sohne Rudolf, der im Jahre1307 vom Tode hinweggerafl't wurde. Neuerdings hoffte Johann, der Sohn einer böhmischenKönigstochter, als Herrscher in Prag einziehen zu können, aber Albrecht nahm hiezu seinenzweiten Sohn Friedrich in Aussicht. Um seinen Willen durchzusetzen, hatte der König früherzwei Kriegszüge nach Böhmen unternommen, an welchen sehr wahrscheinlich die FreienWalther von Eschenbach und Rudolf von Bahn teilnahmen: von Rudolf von Wart kann diesnicht mit Sicherheit gesagt werden. Auf diesen Heerfahrten haben möglicherweise die ge-nannten Freiherrn den Herzog Johann, der um eine Hoffnung ärmer und um eine schlimmeErfahrung von Seite seines Oheims reicher geworden war, kennen gelernt und mit ihm Ver-bindungen angeknüpft. 1 )
Ob Johann von grosser Begabung und festen, zielbewussten Charakters oder nur einschwaches, unselbständiges Rohr gewesen sei, kann nicht mit Bestimmtheit gesagt werden.Allerdings meldet das älteste, zürcherische Jahrbuch von ihm : „Diser herzöge Hans von Ostreichwas XX jär alt, wan er was dennocht ain kind"; aber dieses Urteil steht vereinzelt da. Wal-es zutreffend, so konnte er um so leichter als Werkzeug der Rache benutzt werden, und umso grösser war die Verantwortlichkeit des Rudolf von Wart.
') Lichn. 2, 181. Reg. 227. -) Albrecht gab seiner Tochter Agnes, der Königin von Ungarn, 40,000Mark Silber zur Aussteuer. (Kopp, III, 1. S. 217.) 8 ) Lieh. Reg 199, 231, 420, u. s. W. ') Reinig. Meyer, S. 191.