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Die Freiherrn von Wart
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zu und liess die von den Schiedleuten festgesetzte Frist zur Ersatzleistung vorübergehen.Da erschien zu Kloten am 13. April 1293 Jakob von Wart als Obmann und erklärte, dieZürcher seien nicht mehr gebunden, den Eid des Friedens zu halten.i) Nun stellte man neueFriedensbestimmungen auf, aber Jakob von Wart wurde nicht mehr als Obmann bezeichnetdoch wohl nur, weil er Ostreich nicht ganz genehm war. Diese Wirren hatten für Jakob nocheine andere widrige Folge. Nach dem plötzlichen Tode des Bischofs Rudolf von Konstanz(1293) kam ein eifriger Anhänger Albrechts, Heinrich II. von Klingenberg, auf den erledigtenSitz. In Konstanz am 4. Mai 1294 verkaufte Jakob von Wart, Edler und Ritter, dem dortigenDomstifte seine Ansprüche auf den Zehnten zu Birchweil bei Bassersdorf um 35 Mark Silber(ca. 10,000 Fr.) und gab sie dem Bischof Heinrich auf, welcher auch den Kauf genehmigte undbesiegelte. 2 ) Kurze Zeit nachher, am 8. Februar 1295, ebenfalls in Konstanz, übertrug Jakob vonWart dem Bischof Heinrich Zwing und Bann, die niedere Gerichtsbarkeit des Meierhofes unddes Dorfes Weiach und sicherte dem Bistum das Vorkaufsrecht des Hofes zu. :) ) Hiemit be-gannen die Güterverkäufe der Wart, hiemit nahm die Verarmung ihren Anfang. Liegt nichtdie Vermutung nahe, dass dabei östreichischcr Einfluss im Spiele war?

Dass Rudolf von Wart nicht östreichisch gesinnt war, geht aus Folgendem hervor:Die Gräfin Elisabeth von Rappersweil, durch ihr Bündnis mit Zürich in ökonomische Be-drängnis geraten, musste auf ihre Ansprüche auf den Meierhof in Brütten zu gunsten desKlosters Einsiedeln verzichten, dafür überliess ihr der Abt die frühern Lehen des Stiftes; sieverkaufte ferner ihre Mühleze Geiletal" an der Kempt. Diese Verhandlungen wurden inZürich auf offener Strasse urkundlich beglaubigt, wobei Rudolf von Wart, der wie sein BruderJakob in den vorausgegangenen Kämpfen die Ritterwürde erlangt hatte, ihr Vogt war (5.Christmonat 1293. 1 ) Rudolf von Wart unterhielt also jedenfalls freundschaftliche Beziehungenmit dieser alten Feindin des Hauses Habsburg-Östreich.

Um das Jahr 1290 scheint Rudolf von Wart sich eine Lebensgefährtin gesucht undgefunden zu haben, jene Gertrud von Bahn, die für alle Zeiten als hehres Beispiel unver-brüchlicher Frauentreue dasteht. Durch diese Verbindung gelangte Rudolf auch mit denFreien von Bechburg (bei Önsingen, Solothurn) und den Grafen von Froburg in verwandt-schaftliche Beziehung, was aus Folgendem hervorgeht: Der Freie Rudolf von Bechburg, damalsnoch Junker, verkaufte alle Eigengüter, die sein Bruder verpfändet hatte, dem KlosterSt. Urban, wobei die Urkunde besiegelten: Ulrich von der Bahn, Rudolf von Wart u. s. w.(30. November 1298/') Dass Rudolf von Wart wirklich mit den Herrn von Bahn verwandtwar, geht auch daraus hervor, dass der Junker Rudolf von Bahn, Freiherr zu Altbüren (Lu-zern), mit Werner von Wolhausen und Rudolf von Wart am 20. Februar 1306 bei der Auf-zeichnung der Kirchenrechte zu Dietwil anwesend waren. Gleichen Jahres (21. August) ver-machte Rudolf von Bahn, bevor er für König Albrecht in den Krieg gegen die Böhmen zog,seiner Gattin Klara von Thengen (bei Eglisau) alle seine Güter. Es scheint, dass Albrechtseine Dienste nicht belohnte, oder seine freiherrlichen Rechte antastete; denn der Balmerbeteiligte sich ebenfalls am Königsmorde. 0 )

In diesen wechselvollen Zeiten suchte Jakob von Wart eine Stütze bei der StadtZürich und dem Freiherrn Lütold von Regensberg, dem Jüngern, Ulrichs Sohn. Dieses Ge-schlecht, durch die Fehde mit Zürich und den Grafen Rudolf von Habsburg (1267) geschwächt,

') Tschudi, 211a. -') Reg. d. Bist. Konst. Nr. 2887. ») Hegest, <1. Bist. Konst. Nr. 2!)30. *) Kopp, VI.Buch, 121. '-) Kopp, VIII. Buch, 285. °) Kopp, VIII. Buch, 28G.