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Die Freiherrn von Wart
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kam wenig von Schwaben vnd vom Ein im (dem König Rudolf) zuo hilf, wie wol er desLandes was; .... her Berchtold von Schnabelburg, her Gerhart von Gözkon, der vonTiufen mit me herren vnd mannschaft von den landen." Da der Chronist einen Verwandtender Wart, den Freien von Teufen, nennt, hätte er sicher auch die nahe wohnenden Wartselber aufgezählt, wenn sie sich am Zuge gegen Böhmen beteiligt hätten. Keine Urkundemeldet, dass sie je an der Seite des Königs gestanden hätten. Dagegen befand sich Rudolfvon Wart am 20. August 1286 in Rheinau beim Bischof Rudolf II. von Konstanz (von Habs-burg-Laufenburg f 1293), dem eifrigen Feinde des neuen Königs und wird hier urkundlichzum ersten Male genannt. 1 )

Das Volk unserer Lande jauchzte in hellen Freuden auf, als es den schrecklichenZeiten des Interregnums entronnen war; doch der Jubel war von kurzer Dauer. Ein neuesÜbel hielt seinen Einzug: die Habsburger Steuerschraube. König Rudolf liess namentlich denStädten reichlich zu Ader. Zürich und Winterthur wurden besonders hart mitgenommen;das erste, auch sonst in seinen Rechten bedroht, wandte sich von seinem alten Freunde ab.Manche weltliche und geistliche Herrn, nachdem ihnen der König die Flügel beschnitten,kehrten ihm ebenfalls mit grossem Verdrusse den Rücken. Das kleine Winterthur aber, ob-gleich es die Hälfte der Steuern Zürichs tragen musste, blieb ihm treu.

Bei der Botschaft vom Hinschiede des Königs Rudolf (15. August 1291) atmete unsereGegend tief auf; aber die Zeit war so unheilvoll, dass sie stets neues Übel gebar. Soforttraten die Feinde Habsburgs zusammen und schlössen ein Bündnis wider Ostreich: Die Grafenvon Toggenburg, Habsburg-Laufenburg, Werdenberg, Würtemberg, der Bischof Rudolf vonKonstanz, der Abt Wilhelm von St. Gallen. Zürich schloss sich ihnen an und gewann einensichern Rücken durch einen Bund mit Uri und Schwiz. Die Gräfin Elisabeth von Rappers-weil verband sich ebenfalls mit Zürich und sicherte so die Verbindung der Limmatstadt mitden innern Landen. Der Hauptstützpunkt des östreichischen Anhanges war Winterthur; ihmgalt der erste Angriff der Gegenpartei. Unter dem Befehle des Grafen Friedrich III. vonToggenburg und unterstützt durch einen Lütold von Regensberga) eilten die Zürcher vorWinterthur, erlitten aber, da der Bischof von Konstanz am rechtzeitigen Erscheinen ver-hindert war, und durch die List des Anführers des östreichischen Anhanges, des einäugigenHügli von Werdenberg-Rheineck, getäuscht, eine schwere Niederlage: 80 Mann wurden er-schlagen, die Ritter entflohen, etwa 1000 Mann Fussvolk gerieten in Gefangenschaft (13. April1292. :! ) Bei diesem Kampfe nahmen die Brüder Wart sehr wahrscheinlich eine neutrale Stellungein oder standen auf der Seite Zürichs; das letztere gilt besonders für Rudolf von Wart. Derhabsburgische Pfandrodel vom Jahre 1292 im Zürcher Staatsarchiv enthält keine Angabendarüber, dass Ostreich die Dienste der Wart mit Verpfändungen belohnt habe.

Herzog Albrecht von Ostreich, von den Grossen des Reiches als Oberhaupt verschmäht,sicherte sich die Übermacht im obern Deutschland gegen König Adolf, kam in unsere Gegend, am 29. Juli und 29. August 1292 stellte er in Winterthur Urkunden aus 1 ) zeigte klugeMässigung, schloss mit Zürich Frieden und liess die Gefangenen frei (20. und 29. August 1292).Für allfällige neue Streitigkeiten wurde ein Schiedsgericht mit einem Obmann (Ulrich demGiel von Glattbrugg, einem alten treuen Anhänger Ostreichs) bestellt; aber der Ritter Hein-rich von Wagenburg kehrte sich nicht an die Sühne, fügte den Zürchern grossen Schaden

') Hegesten des Bist. Konstanz, Nr. 2(147. -)und was lützel edler lut bi in" d. li. bei den Zürchern(Kuchimcister v. G. Meyer v. K.), St. G. Mitteilungen 18, S. 237. ;i ) P. Schweizer, Zürch. Taschenbuch 1888.4 ) Liclinowsky II. Urk. Nr. 17 u. 11).