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Valentin Trozendorf und die Goldberger Schule
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493
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Nachgeschichte des Schulgebäudes. 493

Johann Christian von Brieg einholen, und damit verging Zeit.Auch die Jesuiten, obgleich sie zuerst nach baldiger Installationstrebten, hatten es aus Vorsicht und Umsicht später nicht über-mäßig eilig. Es kam ihnen bald darauf an, ihre Geldforderungenallmählich zu erhöhen. Zur nachdrücklichen Betreibung ihrer Plänebenutzten sie immer wieder die Ansetzung ihrer Installation. Am23. März 1628 trafen als Sturmvögel zwei Jesuiten aus Glogau inGoldberg ein 1 ), um die ihnen verehrte Schule und den Ort zu be-sichtigen, reisten aber nach einem Aufenthalt von kaum einerhalben Stunde wieder ab. Ihre ungünstige Meinung kam in denBriefen Lamormains zur Geltung; der Mittelsmann Dohna konnteGeorg Rudolf nach einiger Zeit mitteilen, daß die Jesuiten, dielieber die St. Johauniskirchc in Liegnitz samt Schule und Woh-nungen gehabt hätten (auch hier war Pater Lamormain das trei-bende Element), für einen annehmbaren Zins, der, zu 6 °/ 0 ge-rechnet, zu kapitalisieren wäre, auf das Kloster verzichten würden.Man feilschte um 1500, 1800 und 2000 Taler Zinses und um dieentsprechendeHauptsumma". Im Mai 1628 hatte der Herzog anden Goldborger Rat schreiben lassen, um aus dem Urbarium fürDohna und die Jesuiten die Einkünfte der Stadtschule ganz genauzu erfahren und dadurch festzustellen, was der Stadt auferlegtwerden könnte. Aus der Antwort geht zugleich hervor, daß dieStadtschule unter den Nöten der Zeit vollständig eingegangen oder,um nicht in die Hände der Jesuiten zu fallen, aufgehoben worden

war __ G. Vechner hatte am 28. Jan. 1628 das Zeitliche gesegnet

__ so (l a ß weder die wiederhergestellte Stadtschule noch die

Schwabe - Priescmuthsche Stiftung als Nachfolger der Schule Tro-zendorfs betrachtet werden dürfen. Der Rat schrieb am 19. Mai1628 an den Herzog:Gnädiger Fürst und Herr, diweyl [es] nun-mehr mit der weylant fürstlichen Schulen alhier, wie wir andersnicht wissen auf einer Änderung stehet und wir sowohl hiesigeganze arme Bürgerschaft und Gemeinde sehnlich wünschen, daßdemnach bey uns ein Stadtschülichen wieder aufgerichtet und indemselben ein Seminarium der wahren Kirchen, so Gott alleinenach seinem Wort und geoff'enbartcn Willen recht erkennet undehret unterrichtet, erzogen und vor die liebe Posterität erhaltenwerden möge, als bitten [wir] Eure fürstliche Gnaden lauter umbGottes willen flehentlich, geruhen hierinnen mit väterlichem fürst-lichem Rath und That gnädig beizuwohnen, damit wir zu solchemgottseligen Werck glücklich gelangen mögen." Dann gaben sie die

') St B.-Br., Wenzel.