492 Knde der Goldberger „Scbola duoalis".
schule oder dem städtischen Gymnasium gelöst worden war 1 ), dasalso his 1865 auch Anteil am Erbe der Goldberger Schule gehabthat und die Nachfolge der Schola ducalis Georg Rudolfs darstellt.
9. Nachgeschichte des Nchulgebiiudes.
Und nun zum Schlüsse noch einige Worte über die Geschickedes altehrvvürdigen Heims der fürstlichen Schule, des Franziskaner-klosters. Mit der Schule war es einer ganzen Reihe von Feuers-brünsten zum Opfer gefallen und war am Ende der fürstlichenSchule gerade so weit wiederhergestellt, daß es als Unterkunft fürdie neue Stadtschule dienen konnte. Da zog ein ungeahntes Un-wetter herauf, das seine Verwendung für die Schule und zugleichdie Einkünfte der Stadtschule bedrohte. 2 ) Im .1. 1627 verweilteHerzog Georg Rudolf am kaiserlichen Hofe in Prag, und seinescheinbar angesehene Stellung als kaiserlicher geheimer Rat, Käm-merer, Vertreter der Landeshauptmannschaft in Ober- und Nicdcr-schlesien und „Oheim" machte ihn zu einem günstigen Angriffs-ubjekt für die 'Bestrebungen der Gegenreformation. Der Führerin dem äußerlich friedlichen Angriff war der fast allmächtige kai-serliche Beichtvater und Jesuit Pater W. Lamormain, in dessenHänden Ferdinand II. wie weiches Wachs war. Der Herzog ließsich in einem schwachen Augenblick dazu bewegen, „die GoldbergerKlostcrschule (wie man sich absichtlich ausdrückte) zusamt der-selben Zubehör", d.h. den Einkünften, der Gesellschaft Jesu ab-zutreten. 'Einen zweiten Angriff der Jesuiten, auf die St. Johannis-kirche in Liegnitz, wies er mühsam ab. Die Goldberger Bürger-schaft erfuhr von der Gefahr, in der sie schwebte, durch einSchreiben, das der Herzog auf dem Rückweg nach Schlesien demRate am S.Dez. 1627 aus Zittau zugehen ließ. Er scheint nachder Bewilligung vor sich selbst die Flucht ergriffen zu haben, dennvon Zittau aus gab er auch dem übel berufenen Obersten KarlHannibal Burggrafen zu Dohna die Vollmacht zur Tradierung dosKlosters an die Jesuiten; der Kaiser erteilte sie demselben erst am23. Dez. Auch Pater Lamormain erhielt von dort die Mitteilungseiner Schritte, aber auch die nochmalige Zurückweisung der Über-gabe der St. Johanniskirche. Die Kommission Georg Rudolfs anDohna war eine Übereilung, denn der Herzog mußte wegen desKlosters erst die Zustimmung seines Bruders und Mitbclehnten
') Kraffert S. 46f.
') Hierzu und zum Folgenden St.A.-Br., Ortsakten Fasz. XVI und XXI. Kswäre eine dankbare Aufgabe, die ganze Sache einmal gründlich darzustellen.