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Valentin Trozendorf und die Goldberger Schule
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Fünftes Kapitel.

Einsetzen des Niedergangs der Schule.

I . L. Cirkler, sein Bildungsgang und seine Berufung.

Wir haben in Thaburnus, dem unentwegten Pfleger der Trozen-dorfschen Tradition, wie er sie sich zurecht gelegt hatte, eine voll-wertige Inkarnation des einseitigen, aber glaubensstarken orthodoxenLuthertums kennengelernt. Da muß es eigentümlich berühren, daßihn eine unüberbrückbare Kluft von seinem nächsten, nur zehnJahre jüngeren Nachfolger Mag. Lorenz Cirkler scheidet. Denndieser war ein ebenso vollüberzeugter Calvinist. Das bedarf ge-wiß einer Erklärung, die sich allerdings nicht aus der Absichtirgendeines bei der Wahl Mitwirkenden, sondern nur aus einemZusammentreffen von ganz besonderen Verhältnissen herleiten läßt.Die Vorbedingungen der Erziehung und der Bildung waren beibeiden fast die gleichen, und daher muß die Herkunft des spalten-den Keils auch deshalb anderswo gesucht werden. Ein Mann, derThaburnus ähnlich gewesen wäre, hätte auch jetzt noch viel mehrder tatsächlichen Lage entsprochen. Doch der auf Anweisung desHerzogs Friedrich IV. durch Z. Bart und den Stadtschreiber V. Wielea m 11. Mai 1579 gemachte Versuch i ), den treuesten Schüler Trozen-dorfs und Sospitator seiner Werke: L. Ludovicus, das beste Pendantz u Thaburnus, wenn er auch stark Philippisch gefärbt war, als Nach-folger des Thaburnus zu gewinnen, scheiterte an dessen runder Ab-lehnung.

Cirkler ist im J. 1534 in Goldberg als Sohn des um die Stadtu nd die Schule wohlverdienten, aber nicht übermäßig reichen Bür-gers L. Cirkler, der 1561 als Bürgermeister starb, geboren. Trozen-dorf war sein langjähriger Lehrer. Im Sommersemester 1553 ister in Prankfurt a. O. als Scholar eingetragen, aber dort vielleichtn ur deponiert worden. Am 11. Febr. 1554 fand er als wirklicher

l ) St.B.-Br., Bart fol.200b.