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Valentin Trozendorf und die Goldberger Schule
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Sechstes Kapitel.

Erfolglose Versuche zur Neubelebung der Schule.

I. Die veränderte konfessionelle Lage.

Die Signatur des Anfangs der nun eintretenden Periode, derenvordeutendes Wetterleuchten der Erlaß vom J. 1591 gewesen war,sind die Zusammenstöße der konfessionellen Gegensätze in derGoldberger Bürgerschaft auf der einen und in der GoldbergerSchule und Kirche auf der andern Seite. Diese Konflikte ließenden guten Willen der Obrigkeit für die Schule nicht zu dem ge-wünschten Ziele gelangen, und als endlich schwere städtischeKalamitäten, Feuer und Seuche, am Ende des Zeitraums dieseStreitigkeiten zum Verstummen brachten, gaben sie aber auch^gleich der Schule den letzten Stoß.

Mit Georg II. und Friedrich IV. waren in den piastischen-Herzogtümern die Schutzpatrone des strengen Luthertums in daswrab gesunken. Hatte Georg IL als Hüter der echten Lehre Lutherseinst in Brieg Cirkler und seine Kollegen aus ihren Ämtern ent-fernt und aus seinen Gebieten verwiesen, so hatte Friedrich IV. im" 1 593 unter Mitwirkung der aus Sachsen herbeigerufenen Theo-logen A. Hunnius und W. Mamphrasius (die in ihrem Bericht vonMelanchthonsCorpus Doctrinao" behaupteten, es sei zur Unter-drückung reiner Lutherischer Lehre untergeschoben, und es anerster Stelle unter den Publikationen aufführten, womit nach Luthersabsterben die Calvinisten in Wittenberg heimlich, tückisch undv erschlagcn auch die hohe Obrigkeit mehr als einmal wissentlichZu betrügen sich unterstanden) den Liegnitzer Superintendenten Kronzhoim aus denselben Gründen seines Amtes entsetzt 1 ) und

') Hunnius, A., u. Mamphrasius, W., Außfiihrlicher Bericht Von

er Vi s it a tj on der Kirchen im hochlöblieben Hertzogthumb Lignitz in der

°h]esie n . Wie besonders Leonh. Crentzheim, doselbst gewesener Superinten-

ens > falscher unreiner Calviuischer Lehr ! . . öffentlich überzeuget, auch des-

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