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Valentin Trozendorf und die Goldberger Schule
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/weites Kapitel.

Die gehobene Stadtschule.

1. Herkunft und Studienjahre des SchulmeistersHieronymus Gürtler.

Das stille Diimmerleben der Schule endete mit dem J. 1504,um einer Epoche lebhafter Entwicklung nach vorwärts und auf-wärts Platz zu machen 1 ), die von einem Goldberger Stadtkind inanerkennenswerter Weise eingeleitet und durchgeführt wurde.Trozendorf hat an diesem seinen durchaus würdigen Vorläufergehabt. Das war Hieronymus Gürtler, von Wildenberg genannt, derden bedeutenden Schulmännern des 16. Jh. zugezählt werden muß.

Hieronymus war ein Solin des uns schon bekannten GoldbergerBürgers Jakob Gürteler oder Gorteler, dessen Söhne sich häufigerWildenberg, vom Wildenberg oder vom Willenberg nannten. Jakobwar ein wohlhabender Mann, Besitzer von mindestens zwei steinernenHäusern und saß eine ganze Reihe von Jahren im llate der Stadt,1509 und 1514 als Bürgermeister. Es fehlte ihm nicht an literari-scher Bildung, er verstand und schrieb lateinisch. Doch von Gemüts-art war er leidenschaftlich und aufbrausend und brachte dadurchgroßes Ungemach über sich und seine Familie, das auch dieGeschicke der Schule mit streifte.

Nur einer seineu sechs namhaften Söhne hat sich neben Hiero-nymus, wenn auch Sebastian außerdem noch in dem WittenbergerAlbum erscheint, in die Literaturgeschichte eingeführt, vielleichtder jüngste, Fabian, der sich der ihm von Johannes Crotus Rubianusverliehenen Namensform Fabius Zonarius bediente. 2 ) In der Jugendein treuer Kumpan Ulrichs von Hütten, wurde er von diesem 1511als Bote an die frommen Väter im Kloster Fulda geschickt, ohne daßes ihm jedoch gelang, von dencircumspecti patres" etwas heraus-

') Bauch, Gürtler.

2 ) St. A.-Br., Stadtbuoh fol. 105.