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Valentin Trozendorf und die Goldberger Schule
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Siebentes Kapitel.

Ende der GoldbergerSchola ducalis'

1. Der neue Rektor J. Melideus; sein Lebensgangbis zu seiner Berufung.

Herzog Georg Rudolf hatte sich sofort nach seinem definitivenRegierungsantritt in Liegnitz 1613 aus landesväterlichen Gründenund Rücksichten der Pietät gegen seinen Vater und sein Haus dieWiederherstellung der so tief gesunkenen Illustris Aurimontana alsAufgabe gestellt. Zunächst mußte das trümmerhafte Kloster wiederin Stand gesetzt werden, und ebenso bedurfte es der Umschaunach tüchtigen Lehrkräften, und dafür setzte er alles Mögliche ein.Für die kaum noch nennenswerten Reste der Schule und des Kol-legiums mußte vor allem, da auch der als Notnagel so oft zumRektor gesetzte J. Feige fohlte, ein geeignetes Haupt beschafftwerden. Hie dazu notwendigen Schritte entziehen sich leider derKenntnis, Weil uns die inhaltreichen Briefe des S. Grunaeus vonnun an im Stich lassen. Als Rektor wurde der an dem BeuthenerGymnasium illustre" als Professor Oratoriae et Poeseos wirkendePoet J. Melideus berufen, der für die Nachwelt eine ziemlich un-bekannte Größe geworden ist und uns deshalb schon dazu nötigt,seinem bis 1618 zurückgelegten Lebenslauf nachzugehen.

Am 27. Aug. 1585 wurde in Sagan Jonas Milde, denn so hießer gut deutsch, von armen Eltern geboren. 1 ) Schon seine Tirociniaund darauf auch seise Universitätsstudien wurden von den Voll-streckern des Bergschen Testaments, das gar vielen Schlesiern ihreUniversitätsbildung erst ermöglicht hat, unterstützt. Von seinenLehrern nennt er nur den Saganer Rektor Mag. J. Stralius ausBerlin 2 ), der seine Studien in Frankfurt a. O. gemacht hatte. Im

') Zu Melideus vgl. Bauch, Ludoviciana S.434ff. Cunradus S. 186.J ) In seiner Goldberger Einführungsrede 1618. Schola Goldber-gensis Bl. G3 T .