478 Ende der Goldberger „Sebola duealis".
Thema formieren und dasselbe logico und rhetorice examinieren.Dies geschah an einer vorgelesenen Bibelstello; man spürte abernur geringe Fortschritte. Darauf gingen sie in die zweite unddritte Klasse, die zusammengezogen waren, und befahlen demKantor G. Vechner, mit seinen 14 Schülern an dem Worte einesAutors ein Examen grammaticale anzustellen. Man spürte dortebenso Mängel wie in der ersten Klasse. Endlich hörten sie inder vierten Klasse V. Lange mit seinen 31 Schülern den Donatrepetieren. Auch hier verspürten sie keinen Fleiß.
Sie riefen nun den Rektor und die Kollegen in die Kirchezusammen, teilten denselben ihre Kommission mit und hießensie ihnen in ihr Quartier folgen. Nachdem dies geschehen war,wurde der Bürgermeister entlassen, der Dekan aber bei der Unter-suchung behalten. Dieser, kraft der ihm übertragenen Inspektion,im Namen des Fürsten ermahnt, zu berichten, was er zu erinnernhätte, antwortete, daß er gar keine Besserung befunden, und weilder Rektor und die Kollegen in Zank geraten seien, könne es auchnicht anders sein. Der Rektor führe ein unordentliches Leben,habe den Kollegon zuviel eingeräumt, reise fort, wenn er wolle,sage niemand etwas davon. Ja, das Herz der Bürger ihm gegen-über sei ganz weg. Auch unter den Kollegen seien große Mängel.einige freuten sich über das Abnehmen der Schule, nur um dieSchuld auf den Rektor zu bringen. Er war also mit dem Ver-halten der Brüder Vechner auch nicht zufrieden. Hierauf wurdendie Lehrer examiniert.
Der Rektor brachte eine lange Klage über die Bloßstellungendurch seine Kollegen vor. Sie achteten ihn zu wenig gemäß seinesAmtes, hießen ihn einen Doppler und Spieler, der Kantor habeihn einen losen Kerl gescholten, Lange habe ihn beziehtet, daß erihm 100 Taler abgeleugnet hätte. Der Vechner Absicht wäre, ihnaus dem Rektorat zu bringen. Er bat, daß er von ihnen ungehin-dert sein Amt verrichten könnte.
Der gerufene Mag. D. Vechner, der im Unterricht nicht revi-diert worden war, berichtete, er wüßte zwar in docendo über Un-fleiß des Rektors nicht zu klagen, aber vita und mores wären nochböse. Er ließe sich fast keinen Abend in der Schule finden, gingeum 2 Uhr aus, käme oft spät in der Nacht nach Hause, steckemeistens bei dem Diakonus Mag. P. Frisius, bei dem HofrichterD. Feige, bei dem Stadtvogt Anton Scholtz und bei dem RatmannMelchior Scholtz. Am letzten Sonntag hätten einige Schüler mitden Bäckergesellen Händel angefangen, die Klage der Schüler