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Valentin Trozendorf und die Goldberger Schule
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479
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Schulrevisionen und ihr ungünstiges Ergebnis. 479

hätte er Montags ura 2 Uhr hei dem Stadtvogt anhängig gemachtund seine Stunde versäumt, während er wohl eine andere Stundehätte wählen können. Unlängst, an H. Steinhergs des JüngerenHochzeit, wäre er, als es noch Tag gewesen, in Hosen und Wamms,ohne Mantel, gestiefelt und gespornt, mit einem Rohr auf derAchsel über den Marktplatz gegangen und in einem Kretschamneben der Braut Yater, wo die Hochzeit gehalten worden, ein-gekehrt. Darum, weil er so ein flagitiosam vitam führte und, waser docendo aufbauete, male vivendo einrisse, wären der BürgerHerzen abgewandt, und sie behielten ihre Kinder daheim. Erwüßte von keiner discordia, als daß sie mit dem Rektor nichtfressen und saufen, spielen und im Luder liegen wollten. Vor dreiWochen hätte er ihn zu sich kommen lassen, über Lange in dessenGegenwart wegen der 100 Taler geklagt und sich mit dem Befehldes Herrn Hedwiger, sie von dem Salar abzuziehen, gereinigt. Alssie sich aber verständigt, hätte der Rektor Lange ermahnt, sichvor den Vechner, besonders vor dem Kantor zu hüten. Als Langedas dem Kantor gesagt, hätte er [D. Vechner] den Rektor zur Redegestellt und ihm ins Gesicht gesagt, daß er seine Pflicht fraudu-lenter prästiere; er selbst hätte die Zeit über neben vielen ehr-lichen Leuten gedient, aber dergleichen Spott und Scherz nichteingeheimst. Als an vergangener Lichtmeß der Rektor mit demHofrichter und dem Stadtvogt vorabredet hätte, nach Liegnitz zufahren, hätten sie während der ganzen Predigt gespielt, wie auchvorher bei dem Rentschreiber geschehen, wo A. Clement dabeigewesen und es an Injurien nicht gefehlt hätte und kaum ohneSchläge abgegangen wäre.

Der darauf zitierte Kantor sagte aus, daß der ganze Mangelim Schulwesen auf dem Rektor beruhte, weil er nicht die Requi-sita eines Rektors hätte. An der Erudition mangele es zwar nicht,er hätte aber keine Autorität, weil er Sauf- und Spielplätze be-suchte, Bürgern und Schülern großes Ärgernis gäbe. Das Saufenhätte er auch an dem Tage, an dem die Kommissare ankamen,nicht lassen können, sondern wäre bei M. Thomas zum Weine ge-wesen. Wenn er so des Nachts lange geschwärmt, versäumte erdes Morgens seine Stunde, wie es der Dekan bezeugen würde (derDekan bestätigte das auch sofort, fügte aber hinzu, daß er diesin den andern Klassen ebenso gefunden habe). Überdies kämeer niemals oder gar selten in die Kirche und gäbe dadurch denPrimanern Anlaß, daß sie sich der Kirche und des Chores auchenthielten. Daß der Rektor auch an Lichtmeß mit dem Hofrichter