474 Ende der Goldberger „Scliola ducaüV.
Bote geflogen, der meldet, der Mars Gryphorinus, jener DespotaDragontorestes und Helfer des böhmischen Löwen gegen die ibe-rischen Räuber sei da. Sie gehen von den Camenae Encepiae zumEccardinus. Beim Gehen treffen sie auf die Insel oder Halbinsel,die man insgemein die Bürgerwiese nennt. Nicht weit davon er-blickt man jenseits des Cattus die Steinbrüche. Cattus wird wegenseiner furchtbaren Überschwemmungen getadelt und ihm wird ge-droht: wenn er nochmals dergleichen tue, werde er nicht mehr derCattus, sondern ein Felis furialis sein. Auf engem Wege zwischendem Flusse und den vorgestreckten Seiten der Hügel gelangen sieendlich zum Fuße des Eccardinus. Man steigt auf, und kaum hatman damit begonnen, so hört man ein Hirtenlicd und sieht einenFaun zur rechten Seite von dem Felsen hervorragen; er singt fol-gendes deutsche Gedicht:
„Mein Hertz, dich empor schwinge,
Verlaß niedrige Thal,Nach Ruhm und Hoheit ringe,
Vorsichtig meid den Fal.
Z' hoch Icarus in Wonne
Sein kühne Flügel schwang,Drumb löset sie die Sonne
Und er im Meer ertranck.
Als Daedalus gescheide
Sich niedrigt vor der Sonn,Bracht er ihr Favor, Freude,
Freiheit und Ehr davon.
Hoheit des Glantzes machet,
Das Icarum gereut,Welches Fortuna lachet,
Aber Daedalus sich freut."
Sie gehen, da sie die Fabel (die Beziehungen auf Schaffgotsch)noch nicht verstehen, ohne auf die geschwätzige Zikade weiter zuachten, fürbas, der alte Dicastes allen mit der Fackel voran. Sieerreichen die Höhe, messen den Umfang des Hügels, schätzen dieZwischenräume und überlegen sorgsam, was zum Vorteil der Schuleund zur Zierde des Berges geschehen könnte. Da kommt unver-sehens ein Reiter und meldet, daß der Mars Gryphorinus an denWurzeln des Berges warte. Man steigt abwärts; kaum ist manauf dem schmalen Pfade bis zur Mitte des Abstiegs gelangt, da