426 Erfolglose Versuche zur Neubelebung der Schule.
Laune, ihn mit lateinischen Eätseln amüsiert. Buchwälder undseinen Diakonus Namsler rühmte er auch als gelehrt und ein-trächtig in der Lehre.
Bei dem letzten Ade erwähnte er nochmals Feige, die Vech-ner, Wenzel, Buchwälder, Namsler, den Rat, die Bürger und dieMitschüler und dann alle ihm lieben Dinge in der Schule, die Tälerund Hügel der Umgegend, die gewundene Katzbach, die schat-tigen Wälder usw.
Das Gedicht hält sich von der sonst üblichen aufdringlichensalbungsvollen Frömmigkeit und dem ebenso gebräuchlichen me-chanischen Phrasengeklapper frei, bleibt bei allen Lobeserhebungenauf dem Boden der Wirklichkeit und ist eine einfache, liebens-würdige, wohltuende Leistung. Blevcls poetischer Lehrer hättevon ihm etwas an Natürlichkeit und Wärme profitieren können.Er widmete die Dichtung seinen Wohltätern, dem Vogt F. Blumnerin Liegnitz und dem Gehoimsekretär der Haynaucr Herzogin Anna,der Witwe Friedrichs IV., M. Pezold, der uns schon in seiner spä-teren Stellung in Jauer begegnet ist.
Mit D. Vechner verschwand wirklich die letzte feste Stütze derSchule, so daß die Befürchtung des Grunaous sich alsbald zu be-wahrheiten schien. Die erste Klasse konnte durch die noch übrigenLehrkräfte nicht ordentlich versehen werden, zumal da Feige, derLeistungsfähigste, durch seine bürgermeisterlichen Obliegenheitenauf dem Bathaus stark in Anspruch genommen wurde und deshalbnicht regelmäßig aushelfen und nachhelfen konnte. Die Folgedavon war, daß unter der Hand die Schüler von Adel von ihrenEltern abgerufen wurden. Kein Goldberger konnte sich daran er-innern, daß dies früher einmal vorgekommen wäre. 1 ) Die Schulestob auseinander. Da sprang Feige zu Gefallen F. von Mohl aufDromsdorf ein, indem er seinen Sohn, ein Mündel und einenvon Salza nach Goldberg schickte. Da aber der Zustand derSchule sich im Laufe eines Jahres nicht besserte und trotz desgegebenen Beispiels sich keine andern adligen Schüler einfanden,nahm er die Knaben auch wieder fort.
Aber „Finis Aurimontanae!" durfte man trotzdem doch immernoch nicht rufen. Neue Anstrengungen wurden gemacht; man schuf.jedoch wieder etwas Halbes. Feige behielt weiter das Rektoratneben dem Bürgermeisteramt, obgleich sich die Zusammenlegungder beiden Ämter längst als eine undurchführbare Paarung heraus-gestellt hatte. Und so erfolgte ein neues Prorektorat.
') Nach St. B.-Br., Wenzel.