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Valentin Trozendorf und die Goldberger Schule
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Feiges neue Tätigkeit für die Schule, ibr bedenklicher Rückgang. 425

rationsrede, indem er sagt, er habe diese gehalten, als ihm am7. Okt. 1610 vom Rate in öffentlicher Feierlichkeit dieScholae Ja-voriensis instauratio" übertragen wurde. Er sprach über die Pflich-ten eines guten Schulleiters und widmete die Rede 1 ), die auchzur Empfehlung der Schule ausging, dem Rat. Sein alter guterFreund, der Pastor A. Ilentschel, N. Krebs und F. Schubart lie-ferten poetische Empfehlungen. Wie eine Entschuldigung derFahnenflucht klingt es, daß er zuerst lang und breit erklärt,warum er nach elfjähriger Tätigkeit aus Goldberg, seinem Vater-land, weggegangen sei.

Gewissermaßen eine Revue oder eine liebevolle Schilderungder Lehrer der Goldberger Schule von 1601 bis 1609 hat 1609ein dankbarer Schüler gegeben durch eineElegia Valedictoria'-an Goldberg 2 ), die er, schon gegürtet, um die Frankfurter Uni-versität zu beziehen, am 13. April in der Schule öffentlich vortrugund dann in Frankfurt drucken ließ. J. Blevel oder Blefel warals armer Schüler 1601 nach Goldberg gekommen, hatte liebreicheAufnahme und mildtätige Hülfe bis zum Schluß erfahren: daherschied er mit den besten Erinnerungen.

Demgemäß dankte er zuerst allgemein Goldberg als seinerund seiner Kamoene Nährmutter. Dann besang er J. Feige, denRektor und Bürgermeister, als Juristen und seinen oft erprobtenWohltäter. Laubanus, den Glanz der griechischen und lateinischenKamoenen, pries er als seinen Lehrer und Vater, D. Vechner alsLicht der aonischen Kohorte, als seinen Aufmunterer in trübenVerbältnissen und Lehrer in der Poesie. Pietätvoll gedachte erJ. Schöns,cui seeuit nodos Atropos ante diem". Liebig nannteer den Liebling der griechischen und lateinischen Kamoene.G-Vechner bewunderte er als Sänger in der Kirche, als Lateinerund besonders als Syntaktiker. Er war diesem auch dadurch ver-pflichtet, daß er ihn an seinen Tisch genommen und wie ein Vaterbehandelt hatte. M. Feige rühmt er als seinen Gönner, undCh. Wenzel, der ein hartes Joch auf seinen Nacken genommenhätte, dankte er für die ersten Rudimente der lateinischen Sprache,die Flexion. Auch an die geistlichen Herren wendete er sich.Der Pastor Buchwälder hatte ihm Freitische gegeben, sich für8 eine Studien und Fortschritte interessiert und, stets bei heiterer

') S. u. S. 484.

') Elegia Valedictoria ad Aurimontiuni . . . Publice recitata in lll. Gym-nasio ibidem a Joanne Blevelio . .. In Celeb. Academiam disecssuro Ad id.A Prili s (1G09). Typis J. Eiehorn. 4°.