Feiges neue Tätigkeit für die Schule, ihr bedenklicher Rückgang. 419
und den Unterricht nach innen und außen würdig zu vertreten undso die gerissene Lücke nicht bloß zu verdecken, sondern auszu-füllen. Sie hielten das Schicksal der Schule aber nur etwasweiter hin.
Liebig übersandte im Oktober 1605 Grunaeus, der ihn seinenVerwandten („affinis") nannte, eine Analysis des Plutarch zu-geschriebenen Buches „De puerorum educatione", die er in Formeiner Tafel gedruckt haben wollte. Grunaeus hielt die fleißigeArbeit für die Jugend für nützlich und des Druckes wert, riet ihmaber, sie lieber in Quaternionen zu zerteilen und so erscheinenzu lassen. Im J. 1606 kam sie, in der vorgeschlagenen Weise um-geändert *), seinen Schülern J. E. von Nostitz auf Desa, S. von Schwartzauf Schlohn und Fürstenau und E. von Dyhr auf Herzogswaldegewidmet, heraus. Sie gibt nur das Skelett der Disposition, aberbis in die kleinsten Teile hinein.
Schon im Juni 1606 wurde Liebig von dem FreiherrnG. von Schönaich das Rektorat des 1600 von ihm gegründetenPaedagium illustre in Beuthen a. O. unter annehmbaren Be-dingungen angetragen. Grunaeus teilte dies Laubanus mit 2 ), undda dieser gehört hatte, daß die Goldberger Schule jetzt blühe undzunehme, fragte er ihn, von wem er das gehört hätte: doch wohlvon irgendeinem in diesen Gegenden fremden und aller Dinge un-kundigen Gaste. „Meine Kundschaft lautet viel anders", fuhr erfort, „vix ossibus baeret. Nosti illud bueolicum, quod huc mihiquadrarc nimis vere videtur." Daher war wohl kein Zweifel, daßLiebig das Rektorat in Beuthen annehmen würde. Am 6. Juliunterbreitete Grunaeus dem Hauptmann W. von Zedlitz LiebigsEntlassungsgcsuch, nachdem er ihn am Tage vorher bei gemein-samem Mahle schon darauf vorbereitet hatte. Der Hauptmann sahzwar ein, daß man ihn gegen seinen Willen in Goldberg nichtwerde halten können, war jedoch unter den Zeitverhältnissen und°ei dem Stande der Dingo über den Weggang sehr ungehaltenu nd beauftragte Grunaeus, Liebig zu antworten, es stehe nicht inseiner Macht, ihm die Entlassung ohne Wissen des Herzogs Karl ILvon Münsterbenr-Öls zu erteilen. Er werde daher die Sache demdursten berichten und ihm nach dessen Willensmeinung antworten.Inzwischen jedoch, was er auch in bezug auf die Entlassung er-
') Lieb ig, A., Delineatio Analytica Libelli Plutarchiani, ntQi nal&iora y<°Y>is, sive De Puerorum educatione . . . Lignicii typis Sartorianis. 1606. 4".t E *.: Breslau, TJ.-B.J
') Grunaeus an Laubanus, 12. Juni 1606, St.B.-Br., RhedigerXX, N. 243.
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