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Valentin Trozendorf und die Goldberger Schule
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356 Erfolglose Versuche zur Neubelebung der Schule.

Verlosung dov Schulgesetze Heinrichs XI. angeordnet worden,W. von Zedlitz und der Breslauor Patrizier und herzogliche HatJohann Schmid begaben sich daher nach Goldberg und empfahlenbei ihrer Ankunft ihre Söhne dem Laubanus für Unterricht undTisch. Am 19. April brachte Grunaeus 1 ) diese jungen Leute,Johann und Friedrich Schmid, Christoph von Zedlitz auf Eichholz.Christoph von Zedlitz auf Licbenthal und Franz von Zedlitz aufSimsdorf, dorthin, die alle unter der Aufsicht Drachstedts standenund früher auch von D. Vechner unterrichtet worden waren. DerHauptmann sorgte alsbald dafür, daß Laubanus vom GoldbergerRat die Umzugskosten erhielt und mit Holz verschen wurde. 2 )

Die Verlesung der Schulgesetze am 15. April gestaltete sichwieder zu einem Redcaktus. Diesmal hatte sachgemäß der Pro-rektor zuerst das "Wort zu einer Ansprache an denProprincepsund Praeses Musarum Aurimontanarum" W. von Zedlitz, anJohann Schmid, die andern anwesenden Männer von Distinktionund die Jugend der Goldberger SchuleDo legum origine atquefine". Am Ende forderte er den Magister A. Hentschel auf, dieSchulgesetze laut und deutlich vorzulesen. Nach der Verlesungsprach der Consul-Rector Feige noch einmal über dasselbe Argu-ment, ermahnte die Jugend zur Beobachtung der Gesetze unddankte dem Hauptmann und J. Schmid für ihr Erscheinen. Montag,den 19. April begann Laubanus mit seinem Unterricht. LebhaftenAnteil an Laubanus und an der Entwicklung der Goldberger Schul"Verhältnisse nahmMonau; er wurde durch Laubanus und Grunaeusständig auf dem Laufenden erhalten.

Zunächst richtete Laubanus sein Augenmerk auf die Wieder-herstellung der verfallenen Disziplin; die schönen Ermahnungenund die sorgsamen Gesetze mußten in die Praxis umgesetzt werden,und das war nicht so leicht bei dem eingebürgerten Übel. Grunaeusbeglückwünschte ihn dazu 11 ), dal.) er die Reform so nachdrücklichin Angriff genommen habe, und feuerte ihn noch durch die Be-merkung an, er verspreche sich nichts für das Gedeihen der Schule,wenn die Verbesserung der Disziplin nicht beharrlich angestrebwerde. Möchten immerhin einige Widerspenstige davongehen, eswürden dafür gewiß mehr Sittsame hinzukommen. An Monaü

') Grunaeus an Monau, 18. April 1599, St. B.-Br., Rhediger XVIII, N. 259-Derselbe an D. Vechner, die Georgii 1599, ebenda XVIII, N. 262.

*) Grunaeus an Laubanus, 26. April 1599, ebenda XVIII, N. 265.- 1 ) Grunaeus an Laubanus, 17. Mai 1599, ebenda XVIII, N. 277.